Turandot / Bregenz (11.8.2015)

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Nach dem – nur in betriebswirtschaftlicher Hinsicht – desaströsen “Andrea Chenier” musste in den letzten beiden Jahren von David Poutney die “Zauberflöte” zum Aufpolieren der Bilanzen herhalten. Die neue Intendantin Elisabeth Sobotka geht in ihrem ersten Jahr ebenfalls kein Risiko ein und verweigert mit “Hoffmanns Erzählungen” im Festspielhaus auch nur den Anschein eines Spielplans mit Anspruch. (Fürs Protokoll: Es gibt als Gastspiel der Oper Frankfurt den “Goldenen Drachen” von Peter Eötvös in der Werkstattbühne.) Dass eine Freilicht-“Turandot” auf dem See aber so (selbst-)gefällig in Szene gesetzt werden muss, das war dann doch eine Art Kapitulation vor dem Opernmob. Read More

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Der fliegende Holländer / Bayreuth (8.8.2015)

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Dieser “Holländer” begann verdammt vielversprechend – mit einer fetzigen, fehlerfreien Ouvertüre. Und das, wo der Graben weiß Gott kein Gewinn für diese Partitur darstellt. Beim Verlassen des Gebäudes hörte ich einen Besucher sagen, das Dirigat habe ihm besser als das von Thielemann gefallen. Kann ich sogar verstehen. Auch im Laufe des Abends bleibt das orchestrale Niveau (Axel Kober) hoch, auch wenn es ein, zwei mal bei der Koordination mit dem Chor wackelt. Und dann wären wir schon beim zweiten Pluspunkt der gestrigen Aufführung. Ich weiß, den Bayreuther Chor zu loben, ist eigentlich überflüssig. Aber das war wie so oft, eigentlich wie immer, vom Allerfeinsten. Allein das “hui” des Gespensterchores im dritten Akt – wie oft hört man einfach nur ein Forte. Nicht jedoch hier – allein wie auf diesem einen Ton die ganze dynamische Palette abgedeckt wird, das ist einfach der Wahnsinn. Read More

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Hoffmanns Erzählungen / Bregenz (6.8.2015)

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So leid es mir tut, auch in der mittlerweile vierten Inszenierung konnte ich keinen Zugang zu diesem Werk finden – dabei kann ich Offenbach einiges abgewinnen. Somit möchte ich der Regie von Stefan Herheim keineswegs die Schuld in die Schuhe scheiben, dass mich der Abend weitestgehend kalt gelassen hat – einzig nach der Pause, im Antonia-Akt, erlebt man psychologisch packendes Theater. Zuvor meint man fast, Barrie Kosky von der Komischen Oper Berlin hätte Regie geführt – so trashig-schwul wirken manche Passagen auf der riesigen, drehbaren und wandelbaren Showtreppe. Auch dem Dirigat (Johannes Debus) fehlt es bei den  für Offenbach so typischen Couplets an Spritzigkeit – beim großen Drama im Antonia-Akt kochen dann große Emotionen aus dem Graben hoch. Read More

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Die Eroberung von Mexiko / Salzburg (4.8.2015)

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Wabernder (Trockeneis-)Nebel und die im Zuschauerraum der Felsenreitschule verteilten Trommelspieler verbreiten schon vor Beginn der Rihm-Oper Dschungel-Feeling. Viel mehr Mexiko wird es dann – von einer Runde Tequila und dem Frida Kahlo-Gemälde einmal abgesehen- im Laufe der  nächsten zweieinhalb Stunden auf der Bühne auch nicht geben. Dort findet sich vielmehr ein Macchu Pichu der Moderne, bestehend aus einem Autofriedhof, auf dem ein sehr bürgerliches IKEA-Wohnzimmer steht. Aufgrund der Konstruktion der Stimmfächer – der Aztekenherrscher Montezuma wird von einer Frau gesungen – und dem stets wiederholten “Männlich, weibliche, neutral” ist es nahe liegend, keine 1:1-Bebilderung der Eroberung Mexikos durch Cortez zu erwarten. Altmeister Peter Konwitschny zeigt vielmehr den Gegensatz, die Unvereinbarkeit der Geschlechter. Er schreckt dabei weder vor drastischen noch komischen Momenten zurück. Auch Klischees werden bedient. Worin besteht nun die Qualität seiner Inszenierung ? Nun, in meinen Augen durch zwei Stärken:
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Norma / Salzburg (3.8.2015)

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Gibt es sie überhaupt – die Norma ? Freilich – die Callas. Aber so brillant, so theatralisch sie war – mit den ursprünglichen Noten hat das nicht unbedingt viel zu tun. Zu dieser Erkenntnis sind auch schon andere Leute vor Cecilia Bartoli gelangt, allerdings dürfte ihre Umsetzung die wohl am meisten unorthodoxe Interpretation sein, die man jemals zu Gehör bekam. Sie besteht im Wesentlichen aus zwei Annahmen:

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