Coraline (Premiere) / Freiburg (15.6.2018)

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Nachwuchsakquise ist bis heute die Herkulesaufgabe schlechthin  im Opernbetrieb. Und wer wollte es dem jungen Publikum verdenken, keinen Bock auf Oper zu haben ? Denn bis auf die unverwüstliche “Zauberflöte”, “Hänsel und Gretel” und die eine oder andere Rossini-Oper (“La cenerentola”) gibt es tatsächlich kaum Werke, die Kinder ansprechen. Umso lobenswerter also, dass das Londoner Royal Opera House in Kooperation mit mehreren anderen Häusern beim englischen Komponisten Mark-Anthony Turnage eine Oper speziell für Kinder in Auftrag gegeben hatte. Die Wahl fiel auf die Novelle “Coraline” von Neil Gaiman, welche durch die Verfilmung in stop motion-Technik  für Furore sorgte. Nun also eine Adaption für die Musiktheaterbühne – kann das gut gehen ? Read More

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El gato montes / Kaiserslautern (9.6.2018)

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Während in Villariba noch geputzt wird, wird in Villabacho schon wieder gefeiert …

Wer kennt sie nicht – jene sagenumwobene Spülmittelwerbung aus den frühen neunziger Jahren. Und wenn es etwas gibt, wovon sie noch mehr triefte als jenem Fett, das Fairy Ultra den Garaus bereitete, dann war es die Menge altbekannter Spanienklischees, vor denen auch eine ganz bestimmte Oper nicht halt gemacht hat:  “Carmen”.  Und – man glaubt es kaum – gibt es auch eine andere iberische Dreiecksgeschichte, in die ein Torero involviert ist. Nur dass der Komponist tatsächlich Spanier war….. Read More

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Antikrist (Premiere) / Mainz (3.6.2018)

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Aus der ex post-Perspektive fragt man sich manchmal, wie um alles in der Welt die Zeitgenossen eines Komponisten dessen musikalisches Genie allen Ernstes verkennen konnten. Wir lehnen uns zurück und denken: “Wie borniert”. Fürs Protokoll: man zähle mich zu den Bornierten, was Rued Langgaard betrifft. Vor  gar nicht so langer Zeit hatte ich die “Sphärenmusik” des dänischen Komponisten als Vorspiel zu einem konzertanten ersten “Walküre”-Akt in Berlin gehört und wirklich beeindruckt war ich schon damals nicht. Gleich zweimal wurde seine Oper “Antikrist” von der Königlichen Oper Kopenhagen abgelehnt – und dies trotz intensiver Überarbeitung. Erst 1999 erlebte sie ihre szenische Uraufführung in Innsbruck. Handelt es sich hier also vielleicht um das klassische Beispiel für die Wahrheit, dass der Prophet nichts im eigenen Land sei ?  Read More

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Billy Budd / Frankfurt (2.6.2018)

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“Rum, sodomy and the lash” – Rum, Sodomie und die Peitsche. Mehr sind es laut Winston Churchill gewesen, was nautische Traditionen ausmachte. Und der musste es ja wissen, schließlich war er Marineminister…… Auch Komponist Benjamin Britten ging mit dem Stolz Großbritanniens hat ins Gericht und legte das  harsche, teils grausame Leben auf hoher See in seinem maritimen Meisterwerk “Billy Budd” als das dar, was es ist. Mein erster und bisher leider einziger “Billy Budd” war die Münchner Produktion. Das Werk hatte mich von der ersten Note an gepackt – kein Wunder, dirigierte doch der Klangmagier Kent Nagano eine in jeder Hinsicht gelungene Produktion mit drei fantastischen Hauptdarstellern, allen voran Nathan Gunn in der Titelpartie. Nach zwölf Jahren war ich also riesig gespannt auf die Frankfurter Produktion, die mir von allen Seiten wärmstens empfohlen wurde. Read More

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Parsifal / Mannheim (31.5.2018)

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“Museal”. Kein Urteil über eine Inszenierung klingt vernichtender. Und doch ist es eine ziemlich unsinnige Beschreibung, denn Museen sind ja eigentlich nur das Medium, sei es für Bilder, Installationen in der bildenden Kunst oder wie es eben das Theater für Werk und Inszenierung ist. Es kommt für mein Dafürhalten darauf an, welches Werk man ausstellt (Barockschinken oder Baselitz) und wie man es ausstellt – oder eben welche Oper man spielt und wie man sie in Szene setzt. Das zu Fronleichnam gespielte Werk (“Parsifal”) ist begrenzt alt (Uraufführung 1882), die Inszenierung  von Hans Schüler hat nunmehr auch 61 Jahre auf dem Buckel. Die Mannheimer hängen an ihr – und das sagt mehr über die Mannheimer Wagnerianer als die inszenatorischen Qualitäten aus. Denn der bloße Verweis auf die Schülerschaft des Regisseurs bei Wieland Sankt Wagner ist ja alleine kein Qualitätsmerkmal. Ich zum Beispiel bin ein sehr guter Anglist und Historiker (so steht es jedenfalls in meinem Staatsexamen und Magister-Zeugnis) – leider kann ich das nicht für die anglistischen und historischen Leistungen aller meiner Schüler sagen….. Read More

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