Category Archives: Berichte

Angela Denoke: Städtebewohner / Stuttgart (16.1.2018)

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Besser spät als nie. Mit ihrem “Liedkonzert” gab sich Angela Denoke an ihrem ehemaligen Stammhaus – wenn auch im benachbarten Schauspiel – die Ehre mit ihrer aktuellen Zusammenstellung von Liedern Kurt Weils, Walter Kollos, Werner Richard Heymanns, Hanns Eislers, Friedrich Hollaenders und Mischa Spoilanskys. Spät, da der Abend bereits vor zwei Jahren hätte stattfinden, krankheitsbedingt aber verschoben werden musste. Und wenig, da trotz Betitelung eines Liederabends nicht mehr behauptet wurde, als dann eingehalten werden konnte. Die so enge wie haltende dramaturgische Klammer: Städtebewohner. Womit hier zumeist Berliner gemeint sein dürften. Read More

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Capriccio (Premiere) / Frankfurt (14.1.2018)

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“Prima la musica e poi le parole” – der Streit um die Hegemonie im musiktheatralischen Schaffen, er ist längt vorüber. Warum also ausgerechnet “Capriccio”, die letzte Oper von Richard Strauss auf die Bühne bringen ? Nun, vielleicht auch, weil sich in ihr aktuelle Kontroversen des Musiktheater unter der Oberfläche Bahn brechen – nämlich die Frage nach der Kontextualisierung eines Werkes im Entstehungsumfeld. Christian Thielemann kann nach seinem Silvesterkonzert ein Lied, besser: einen UFA-Schlager, davon singen….. Read More

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Mitridate / Schwetzingen (13.1.2018)

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Nach Karthago und seinem berühmt-berüchtigten Feldherren Hannibal war Mithridates VI., König von Pontos, das letzte große Hindernis für das expandierende Imperium Romunum das Mittelmeer endgültig zum mare nostrum zu machen. Der scheidende Heidelberger Operndirektor Heribert Germeshausen hatte somit eine passende Wahl für die letzte der sieben neapolitanischen Opern im Schwetzinger Rokokotheater, wird er doch ab nächster Spielzeit Intendant in Dortmund. Glückwunsch, dass sich die programmatische Trüffelschweinarbeit, in Archiven nach unbekannten Barockopern zu stöbern, auch karrieretechnisch ausbezahlt hat.

Mithridates hat die Römer stark gefordert, und das tut die gespielte Zweitfassung von Porpora mit dem Heidelberger Ensemble nicht minder.   Read More

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Tosca / Stuttgart (29.12.2017)

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Auch im neunzehnten Jahr seit der Premiere kann die Inszenierung von Willy Decker ihre Stärken ausspielen: im riesigen, schwarzen, fast leeren Bühnenraum wirken die Charaktere in ihren historisierenden Kostümen klein, gehetzt, orientierungs- und hilflos. Eine ideale Spielweise also für diesen Thriller unter den Opernklassikern. Read More

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Il trittico / München (27.12.2017)

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Sozialdrama, Rührstück, Komödie – das Triptychon Puccinis auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen ist wahrlich kein leichtes Unterfangen. Nach ihrem unsagbar dilettantischen “Mosè in Egitto” hatte ich die Erwartungshaltung an die Regisseurin bewusst so tief als nur irgend möglich abgesenkt, um nicht enttäuscht zu werden.  Dabei kamen Lotte de Beer und ihr Bühnenbildner (Bernhard Hammer) sogar unerwartet auf den Trichter. Leider nicht im übertragenen, sondern im allzu wörtlichen Sinne…. Read More

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La Bohème / München (25.12.2017)

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Weiße Weihnachten – sie werden immer seltener. Wer Schnee sucht, findet diesen womöglich noch beim Skifahren, aber selbst da ist keine Garantie drauf. Oder aber man geht in die Uralt-Otto Schenk-Inszenierung der “Bohème” in München. Read More

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Roxy und ihr Wunderteam / Augsburg (22.12.2017)

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Ich mag Fußball, wirklich ! Vor allem Weltmeisterschaften, selten sind die Opernhäuser so leer, da im Gegensatz zum regulären Betrieb kulturell zwangsbeglückte Ehemänner Aufführung fernbleiben dürfen. Warum also nicht auch mal Musiktheater über Fußball besuchen ? Read More

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Götterdämmerung (Gala) / Karlsruhe (10.12.2017)

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Auch beim zweiten Durchgang konnte mich die Umsetzung der “Götterdämmerung” von Tobias Kratzer überzeugen, phasenweise sogar fesseln. Hier ist die Inszenierung ganz klar der Star. Trotzdem war man gespannt auf die beiden Gäste…. Read More

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Francesa da Rimini (Premiere) / Strasbourg (8.12.2017)

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“Wären Tristan und Isolde italienischer Herkunft, hätten sie am Ende des zweiten Aktes sieben Kinder,” konstatierte der legendäre Dirigent Toscanini. Und fügte hinzu: “Aber sie sind Deutsche, also diskutieren sie noch.” Obgleich der Ursprung der Handlung in Dantes “Göttlicher Komödie” zu suchen ist, so trägt sie gleichwohl unübersehbar tristaneske Züge, zumal dieses Liebespaar mehr als einmal zitiert wird. Read More

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Serse / Versailles (19.11.2017)

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Kaum zu glauben, aber bei der Uraufführung 1738 war “Serse” tatsächlich ein Flop. Dabei – oder vielleicht: daher ? – hören wir gleich zu Beginn der konzertant dargebotenen Oper eine von Händels bezauberndsten Melodien, das “Ombra mai fu”. Und nein, der Misserfolg rührte wohl auch nicht daher, dass der persische König seine Wertschätzung eines Baumes (!) besingt und damit selbst für Barockopern ein Höchstmaß dramaturgischer Absurdität erreicht, sondern er wurzelt schlicht und ergreifend in der Tatsache, dass der Komponist buffo-Elemente in eine opera seria einarbeitete und auf die konventionelle Form der da capo-Arie verzichtete. Read More

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