Category Archives: Berichte

Tannhäuser / Darmstadt (22.4.2017)

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Drei Jahre lang war ich nicht mehr im Staatstheater Darmstadt gewesen, aber die Premiere des “Tannhäusers” hatte mich neugierig gemacht. Leider kann die neue Wagner-Produktion mit der letzten (“Tristan und Isolde”) nicht mithalten. Denn trotz vieler guten Stimmen und eines gelungenen Orchestersounds bremsen die Regie von Amir Reza Koohestani und Deniz Yilmaz in der Titelpartie den Abend vollkommen aus. Read More

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Die Walküre + Siegfried / Berlin (14.+15.4.2017)

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Waldsterben. Vokuhila. NATO-Doppelbeschluss. Schweißbänder. Tschernobyl. Dauerwelle. Aids. Helmut Kohl. Auch bei längerem Nachdenken will mir keine Dekade einfallen, welche apokalyptische Weltanschauung und schlechten Geschmack derart konsequent auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen vermochte. Der legendäre (ja, warum eigentlich ?) Ring von Götz Friedrich ist aus historischer Sicht eine wahre Fundgrube, atmet er doch genau jene Mischung. Zum wirklich letzten Mal soll er jetzt gespielt worden sein – dementsprechend hoch waren die Preise angesetzt. Read More

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Die Frau ohne Schatten / Berlin (13.4.2017)

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Wer macht das Rennen ? BER oder Staatsoper ? In jedem Falle haben Bauprojekte die Neigung, weit mehr Geld zu kosten als ursprünglich veranschlagt, was die wahrhaft gesalzenen Preise – unter 60 Euro geht gar nix- erklären könnte. Man nimmt das Geld eben auch an der Spree von den Lebenden, so dass die Noch-Nicht-Geborenen nicht in alle Ewigkeit blechen müssen …. Read More

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The Consul / München (9.4.2017)

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“Your hopes will be filed” – Ihre Hoffnungen kommen zu den Akten. Verkündet eine Botschaftssekretärin einer verzweifelten Antragsstellerin auf Einreise in das sichere Land, da sie Ihrem Mann, einem politisch Verfolgten, nicht mit krankem Kind und Schwiegermutter  auf illegalem Weg folgen kann. Das Warten, das Beharren auf Formalitäten, diese Mischung aus beamtenrechtlicher Korrektheit und Empathielosigkeit angesichts einer sich vor den Augen aller Welt abspielenden Tyrannei – da muss man nicht in den Opernführer blicken,  um über derartige Geschehnisse in Kenntnis gesetzt zu werden. Read More

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Riccardo Primo / Ulm (8.4.2017)

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Er intrigierte sich mit Mutter und Bruder gegen den Herrn Papa an die Spitze eines Staates, dessen Landessprache er nicht sprach und hätte Zeitgenossen zufolge gar dessen Kapitale verkauft, um den ersehnten Krieg zu finanzieren. Auf der Rückkehr vom selbigen geriet er selbstverschuldet in Gefangenschaft und konnte nur gegen eine Zahlung in Höhe des doppelten Staatshaushaltes freigekauft werden. Trotzdem  trägt der englische König Richard I. den Beinamen “Löwenherz” – wäre “Spatzenhirn” da nicht passender ? Read More

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Tosca / Baden-Baden (7.4.2017)

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“Spiel nicht mit den Schmuddelkindern” – für die Berliner Philharmoniker und Simon Rattle hieß das Schmuddelkind ganz lange Puccini. Erst vor drei Jahren nahm man sich der “Manon Lescaut” an und traute sich nun an den Repertoire-Schinken schlechthin heran: die “Tosca”. Read More

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Siegfried / Wiesbaden (2.4.2017)

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Nach einem ereignislosen “Rheingold” und einer “Walküre“, die vom viel zu frühen Tod des Wotans von Gerd Grochowskis überschattet wurde, konnte man in Wiesbaden nun so etwas wie einen verspäteten Aprilscherz erleben. Read More

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Adriana Lecouvreur / Karlsruhe (1.4.2017)

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“Endlich!” möchte man ausrufen. Endlich hat man es nach der verunglückten “Boheme” und dem unterirdischen “Macbeth” an diesem Haus geschafft, eine Inszenierung für die Hausprimadonna auf die Bühne zu bringen, die – bei aller inhaltlichen Kritik – einem nicht den Besuch der Folgevorstellungen zu verleiden vermag. Read More

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Salome / Stuttgart (30.3.2017)

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Auch beim zweiten Mal hat die Inszenierung Kirill Serebrennikovs nichts an ihrer Dringlichkeit und Intensität verloren. Die Negation jeglichen Orientalismus und die mit ihr einhergehende Umsiedlung der Handlung in den heutigen nahen Osten, die Teilung Jochanaans in seine “Stimme” und seinen “Körper” und ein irritierender Schleiertanz, der die fast schon harmlose Phantasien von einem glücklichen Familienleben des Tetrarchen zeigen und in einer befreiend anzuschauenden Erstickung seiner Gattin mündet – die Jugendstil-Ästhetik der Wilde’schen Sprache ergänzt sich auf faszinierende Weise mit dem kalten, glatten, von Kameras übersätem Bühnenbild von Pierre Jorge Gonzalez.

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Salome / Strasbourg (19.3.2017)

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Es gibt Regisseure, da weiß man ziemlich im Voraus, was man bekommt. Bei Alden sind es Wellblech und grelle Farben, bei Carsen stets eine intelligente Personenregie und bei Oliver Py viel Sex. Insofern war die Wahl des Franzosen für die Strauss-Oper in Strasbourg einerseits fast schon zwingend, angesichts der eh schon schwül-erotisierenden Handlung andererseits fast schon “un petit peu trop”. Read More

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