Category Archives: Berichte

Parsifal / Mannheim (31.5.2018)

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“Museal”. Kein Urteil über eine Inszenierung klingt vernichtender. Und doch ist es eine ziemlich unsinnige Beschreibung, denn Museen sind ja eigentlich nur das Medium, sei es für Bilder, Installationen in der bildenden Kunst oder wie es eben das Theater für Werk und Inszenierung ist. Es kommt für mein Dafürhalten darauf an, welches Werk man ausstellt (Barockschinken oder Baselitz) und wie man es ausstellt – oder eben welche Oper man spielt und wie man sie in Szene setzt. Das zu Fronleichnam gespielte Werk (“Parsifal”) ist begrenzt alt (Uraufführung 1882), die Inszenierung  von Hans Schüler hat nunmehr auch 61 Jahre auf dem Buckel. Die Mannheimer hängen an ihr – und das sagt mehr über die Mannheimer Wagnerianer als die inszenatorischen Qualitäten aus. Denn der bloße Verweis auf die Schülerschaft des Regisseurs bei Wieland Sankt Wagner ist ja alleine kein Qualitätsmerkmal. Ich zum Beispiel bin ein sehr guter Anglist und Historiker (so steht es jedenfalls in meinem Staatsexamen und Magister-Zeugnis) – leider kann ich das nicht für die anglistischen und historischen Leistungen aller meiner Schüler sagen….. Read More

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Mahagonny – ein Songspiel + Pierrot Lunaire + Die sieben Todsünden / Strasbourg (28.5.2018)

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Puh…. Weiß  der Himmel, was ich mir dachte, als ich vor sieben Monaten die Karte für diese “Opern”-Kombination kaufte. Nix gegen Schönberg, aber mit der Kombination Kurt Weil/Bertolt Brecht kann man mich jagen – ihr “Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny” zählt neben einer anderen, weit prominenteren Oper (daher sei sie an dieser Stelle ungenannt) zu meinen absoluten “Oh nein, bitte nicht, alles nur das nicht”-Werken fürs Musiktheater. Und vor der Pause wurden meine schlimmsten Befürchtungen tatsächlich erfüllt…. Read More

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Tannhäuser / Wiesbaden (27.5.2018)

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Mittelständische Unternehmen, vor allem Handwerker beklagen es schon seit langem, doch nun hat es auch die Regie am Staatstheater Wiesbaden getroffen. Die Rede ist vom Fachkräftemangel – denn das was, der Hausherr Uwe Eric Laufenberg da dem Publikum als Regie verkauft, ist wie so oft plakativ, banal, fade und an weit kompetenteren Vertretern seiner Zunft orientiert. (Man könnte auch fast von plagiieren sprechen, aber dann wäre es ja szenisch besser.) Pfusch auf der Bühne statt Pfusch am Bau, wenn man so will. Read More

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L’italiana in Algier / Salzburg (20.5.2018)

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Nach der Flüchtlingskrise 2015 eine Oper – noch dazu eine buffa – zum clash of civilizations zwischen Abend- und Morgenland auf die Bühne zu bringt, würde so ziemlich jeden Regisseur auf eine harte Probe stellen. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich bei Rossinis “Italienerin in Algier” um kein besonders tiefgründiges Werk handelt, es ähnelt ansatzweise der “Entführung  aus dem Serails” nur eben ohne aufklärerischen Impetus oder Humanismus, die Charaktere stammen aus dem Setzkasten und die Musik ist bei aller Schönheit doch eher schlicht. Was also tun ? Read More

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Der fliegende Holländer / Baden-Baden (18.5.2018)

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Frühe Werke eines Komponisten gelten oftmals als noch nicht ausgereift, werden vom Standpunkt der späteren, “reiferen” Werke betrachtet, als handle es sich bei der Entwicklung eines Komponisten um eine Art geradlinigen Reife- und somit Optimierungsprozess. Die gestrige Aufführung des konzertant dargebotenen “Fliegenden Holländers” im Festspielhaus Baden-Baden zeigte jedoch, dass eine solche Perspektive gänzlich falsch sein kann. Read More

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Tannhäuser / Mannheim (13.5.2018)

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Neun Jahre hatte der Mannheimer “Tannhäuser” in den Untiefen des Fundus geschlummert – doch selbst eine offensichtlich gut geprobte Wiederaufnahme konnte über zentrale Probleme der gestrigen Aufführung hinwegtäuschen. Read More

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Werther / Zürich (10.5.2018)

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Was, frage ich mich, muss man eigentlich noch tun, um das Opernhaus Zürich voll zu bekommen ? Populäre Oper ? Check. Tolle Sänger, vor allem in der Titelrolle ? Check. Eine Inszenierung, die anspruchsvoll und ästhetisch zugleich ist ? Check. Und dazu noch niedrige Preise, selbst für deutsche Verhältnisse, da “Volksvorstellung” ? Check. Read More

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Das Rheingold / Karlsruhe (5.5.2018)

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Auch knapp zwei Jahre nach der Premiere bleibt das “Rheingold” von David Hermann eine ziemlich glanzlose Angelegenheit – zusammen mit einem ziellosen Dirigat und einem mittelprächtigen Ensemble ergab das also keinen guten Start für den vorerst letzten “Ring”-Durchlauf. Read More

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Otello / Wiesbaden (1.5.2018)

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Einen Tag nach einem durchwachsenen “Maskenball” folgte ein in doppelter Hinsicht einzigartigem “Otello”. Einzigartig zum einen, da er nur einmal angesetzt wurde (und womöglich nicht wirklich gut geprobt war) und zum anderen, da man einen Gasttenor erleben durfte, der fantastisch, ach was: maßstabgebend in dieser Partie war. Read More

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Un ballo in maschera (Premiere) / Wiesbaden (30.4.2018)

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Alle Jahre wieder wächst das Staatstheater der hessischen Landeshauptstadt über sich hinaus und bietet ein Programm, das sich mit weit größeren Häusern messen kann. Eingeleitet werden die Maifestspiele immer mit einer Premiere – heuer Verdis “Maskenball”. Und wie war es ? Read More

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