Category Archives: Berichte

Friedenstag / Kaiserslautern (6.12.2014)

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“Was ist das, Friede ?”
Angesichts der weltpolitischen Umstände hatte das Pfalztheater mit der Wahl von “Friedenstag” eine weit politischere, umsichtigere Wahl für das Strauss-Jahr getroffen als die meisten anderen Häuser. Eigentlich keine Überraschung – Kaiserslautern war diesbezüglich schon immer eine “Goldgräberstadt”. Nein, die eigentliche Überraschung für mich war das Werk selber. Kein mythologischer Strauss, kein antikisierender Strauss, sondern ein Strauss, der – auf seine Weise – klar Stellung bezieht. Den “Fidelio” hört man regelmäßig raus, insbesondere als am Schluss der Holsteiner (Wieland Satter) den Frieden verkündet (der Minister lässt grüßen) und das Ganze in einem Stahlgewitter in C-Dur endet. Bereits in der Mitte des Einakters bietet Strauss jedoch eine herrliche Auftrittsarie für Marie, die sich in ein fulminantes Duett mit ihrem Mann, dem treu-bis-in-den-Tod-Kommandanten der Festung steigert und götterdämmerungsähnliches Pathos (im positiven Sinne) heraufbeschwört. Warum diese Szene nicht häufiger auf Solo-CDs zu finden ist – es ist mir ein Rätsel.

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Frau ohne Schatten / Zürich (30.11.2015)

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Die Zuschauer im nahezu ausverkauften Opernhaus bekamen gestern eine gute Frosch zu hören. Leider waren die Eindrücke der Frankfurter Produktion so nachhaltig, dass ich der Regie von David Pountney im ziemlich bunten Bühnenbild nicht sonderlich viel abgewinnen konnte. Gleiches gilt für das Dirigat des für Fabio Luisi eingesprungenen Peter Tilling. Alles solide und souverän. Aber so einen richtigen “Orchesterflash” hatte ich nicht. Read More

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Wiesbaden / Candide (22.11.2014)

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Größer hätte der Kontrast für mich kaum ausfallen können – Freitag noch der apokalyptisch-“gute” Jakob Lenz in Stuttgart von Rihm, gestern dann der Candide von Leonard Bernstein. Eine “komische Operette”, so lautet die genaue Beschreibung des Werks – und damit ist ausgedrückt, was Operetten meines bescheidenen Erachtens erst mal nicht von allein sind: komisch. Read More

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Frau ohne Schatten / Frankfurt (9.11.2014)

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Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich die “Frosch” als Werk für mich geknackt hatte. Dann kam Salzburg – faszinierend. München war überwältigend. Und Frankfurt ? “Beeindruckend” trifft’s am besten.

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Amico Fritz / Strasbourg (7.11.2014)

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Pietro Mascagni ? Cavalleria rusticana ! Und Bajazzo. Ach Unsinn, ist ja von dem anderen Dingens. Richtig, Leoncavallo.

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Vier Grobiane und Peter Grimes / München (26./27.10.2014)

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In München gibt es ja nicht nur das Opernhaus des Jahres, sondern auch kleinere Institutionen, die mindestens ebenso spannendes Musiktheater in Angriff nehmen. Das kann klappen, kann aber auch in die Hose gehen. Read More

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La Boheme / Wiesbaden (10.10.2014)

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Zwei Musettas, kein Rodolfo…..

Zu einer gelungenen Boheme braucht es eigentlich nur eine passable Mimi und einen passablen Rodolfo. Der Rest ist nicht so schwer bzw. fällt nicht sonderlich ins Gewicht. Wenn also die Mimi oder der Rodolfo enttäuscht, ist das schade. Wenn beide enttäuschen, ist das eine Katastrope. Und wenn man sich bereits im ersten Bild fragt, wie lange die Inkubationszeit von Schwindsucht ist, also insgeheim die Hoffnung hat, dass beide bereits vor dem vierten Bild hinweggerafft worden sind ? Dann ist das Wiesbaden. Read More

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Jenufa / Augsburg (3.10.2014)

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Ein irritierter Blick auf den Besetzungsaushang im Foyer während der ersten Pause. Tatsächlich, da steht es: “Regie: Peter Konwitschny”. Der Konwitschny, der den Lohengrin in ein wihelminisches Klassenzimmer verfrachtete, die Meistersinger unterbrach und eine Götterdämmerung ohne Götterdämmerung enden ließ ? Genau jener. Read More

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Frau ohne Schatten / Wiesbaden (12.9.2014)

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Szenischer Höhepunkt der gestrigen Frosch-Premiere war der Schlussapplaus, als der neue Intendant und Regisseur des Abends, Uwe Eric Laufenberg, in einer Wasserlache ausrutschte und auf die Fresse fiel. Und natürlich ganz allgemein, dass der ganze Unsinn ein Ende hatte. Die “magischen” Bereiche des hohen Paares in Szene zu setzen gelingt Laufenberg besser, aber selbst hier gibt es einen platten Realismus, der weh tut. So sieht man bei der Soloszene der Kaiserin im zweiten Akt parallel eine Folterszene, in welcher der Kaiser den Jüngling (?) mit mehreren Folterinstrumenten bearbeiten lässt. Warum, wurde nicht klar. Hatte was von Tosca, aber die hat in einer Frosch wenig verloren. Bei den Szenen mit Barak wurde es noch platter. Der kurze, mechanisch anmutende Beischflaf, den selbiger mit seiner Frau – beide übrigens vollständig bekleidet ! – im ersten Akt ausübt, hat etwas von Krankengymnastik. Und zum Jüngling mit goldenem Strintanga schweigt des Dichters Höflichkeit. Besonders platt dann die Tatsache, dass Baraks Frau im zweiten Akt tatsächlich schwanger ist und an dessen Ende die Amme das Kind in den Händen halt. Frosch auf vhs-Niveau. Besonders unverständlich jedoch die Anfängerfehler, die Laufenberg unterlaufen. So dürfte es einem alten Hasen eigentlich nicht passieren, dass man ganze Bereiche der Bühne nicht einsehen kann, wie z.B. die ganze Hinterbühne, auf der sich durchaus einiges tut, falls man im dritten Rang sitzt, oder auch die beiden Betten auf der linken Bühnenseite, die aufgrund der Paravents davor die Sicht versperren.

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Tannhäuser / Lübeck (7.9.2014)

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Lübeck ist eine schöne Stadt. Lübeck ist eine schöne Stadt. Nein, wirklich – ich finde, das musste mal gesagt sein. Lecker Marzipan, schöne Backsteingotik, Willy-Brandt-Museum, Buddenbrook-Haus und viele glückliche Menschen. Letzteres könnte damit zusammenhängen, dass bisher maximal nur um die 1000 örtliche Hanseaten den örtlichen „Tannhäuser“ bzw. das Machwerk, das man als solchen dort ausgibt, gesehen haben können.

Vorab also ein paar szenische Beschreibungen – ohne Anspruch auf korrekte Reihenfolge und Details. Der geneigte Leser wird bald ahnen, wohin die Reise geht. Read More

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