Category Archives: Berichte

Alessandro nell’Indie / Würzburg (15.11.2015)

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Anderthalb Tage nach den blutigen Terroranschlägen in Paris eine Inszenierung über die Bühne gehen lassen, an dessen (vermeintlichen) Ende sich die weibliche Hauptperson per Sprengstoffgürtel ins Jenseits befördert ? Bedauerlicherweise handelt es sich hier um eines jener Beispiele, in denen die Realität die Kunst ein- und mittlerweile überholt hat. Read More

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Mefistofele / München (6.11.2015)

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Ist es Wagemut oder Wahnsinn, Faust I und II in zweieinhalb Stunden Musik zu packen ? Egal wie man es sieht, Boitos Oper ist dramaturgisch so krude wie musikalisch faszinierend. Es hätte in erster Linie also eines fähigen Regisseurs bedurft, der die collagenartig reduzierte Handlung plausibel auf die Bühne bringt. Dummerweise ist Roland Schwab nicht nur nicht fähig, sondern kopiert auf eine derart dreiste Weise, die ihresgleichen sucht. Die riesige Stahlgerüstkonstruktion à la Mad Max ist freilich imposant – aber bei Bietos “Fidelio” hatte das riesige Labyrinth mehr Funktionen und war in das Bühnengeschehen tatsächlich integriert – hier steht es einfach rum, wird nicht einmal richtig bespielt. Besonders auffällig ist das Plagiieren bei der Verwendung des Schallplattenspielers bei der Ouvertüre – man beraubt die Oper um ihre imposanten Eingangsakkorde ohne dass es irgendwie im Bezug zum Geschehen stünde. An den genialen Konwitschny-“Holländer”, der ähnlich endete wie dieser “Mefistofele” begann, möchte man gar nicht denken.  Am schlimmsten ist jedoch die permanente Langeweile – ich wüsste nicht, wann ich das letzte Mal während einer Opernaufführung derart häufig auf die Uhr geschielt habe. Das soll nicht heißen, dass nichts passiert, ganz im Gegenteil, aber letztlich sind vor allem die Hauptdarsteller auf sich allein gestellt. Der anfangs etwas ungenaue, später aber bombastische Chor singt häufig aus dem Off und wird bis auf die Walpurgisnacht darstellerisch eigentlich gar nicht gefordert. Statt dessen bewegt sich die Bühne unentwegt rauf und runter, ergänzt durch Flammen aus dem Boden. Spektakulär, gewiss, aber nach einer Minute schon redundant.

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Turandot / Ulm (5.11.2015)

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Irgendwie putzig sehen sie aus, die beiden rosabäckigen chinesischen Kinder, die lächelnd auf einer bunten Blumenwiese liegen und den Bühnenprospekt der aktuellen Ulmer “Turandot”-Produktion zieren. Wenn, ja wenn nicht vor ihnen ein Maschinengewehr bereit zum Abfeuern läge….. Read More

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Werther / München (4.11.2015)

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Ich verstehe wenig von Fußball, habe aber schon als Kind in den Achtzigern schnell kapiert, warum viele den FC Bayern nicht mochten. “Die haben einfach nur viel Geld und kaufen die besten Spieler.” So oder so ähnlich. Mittlerweile wird aber gerade beim FCB die vorbildliche Jugendarbeit gelobt, der Vorwurf des Söldnervereins kaum noch geäußert.

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König Kandaules / Augsburg (1.11.2015)

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“Heute haben Sie die Gelegenheit, den Regisseur noch mal auszubuhen……wenn Sie möchten.” Read More

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La fida ninfa / Baden-Baden (29.10.2015)

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Meine Befürchtung, dass es sich bei der Vivaldi-Oper um eine treue Nymphe um irgendein pastoral-betuliches Werk handeln könnte, wurde Gott sei Dank nicht erfüllt und zudem schon mit der ersten Arie, fetzig mit Blech und Schlagwerk instrumentiert, des für barocke Verhältnisse fast schon heldenbaritonalen Robin Adams als Oralto widerlegt. Toll ! Read More

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The Greek Passion / Essen (25.10.2015)

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Die Inkubationszeit von Musiktheaterproduktionen beträgt mehrere Jahre – zu viel Zeit also lag zwischen der Entscheidung vieler Opernhäuser, eine Martinu-Oper zu dessen 125. Geburtstag zu bringen und der aktuellen Flüchtlingskrise. Viele Häuser entschieden sich für “Julietta”, Essen hingegen lag mit der Wahl der “griechischen Passion” goldrichtig.  Auf einer griechischen Insel erscheinen Flüchtlinge; Landsmänner, die von den Türken vertrieben wurden. Sie stellen eine Bedrohung für den Wohlstand dar und werden am Ende erneut vertrieben – nicht zuletzt vom Dorfpriester. Ein paar Dorfbewohner, die sich ihre Rollen im aktuellen Passionsspiel sehr zu Herzen nehmen, begehren auf, wehren sich gegen die Hartherzigkeit und werden durch gelebtes Christentum zu einer Bedrohung der Institution Kirche. Der Schäfer Manolios muss – wie seine “Bühnenrolle” Jesus – am Ende den Opfertod sterben.

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Hänsel und Gretel / Heidelberg (24.10.2015)

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Woran kann man mittlerweile überhaupt noch erkennen, wann Weihnachten droht ? Schnee ist schon längst kein Indikator und seitdem Supermärkte ihre Schokonikoläuse im September ins Regal stellen ist jeder Zeitbezug verloren gegangen. Wie schön, dass es noch Opernhäuser gibt, denn anstehende “Hänsel und Gretel”-Aufführungen sind der nunmehr letzte Hinweis auf das Christenfest. Read More

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Pénélope / Strasbourg (23.10.2015)

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Einen hervorragenden Eindruck machte auf mich die gestrige Premiere der “Pénélope” in Strasbourg. Die Musik von Gabriel Fauré empfand ich als sehr schön anzuhören, wenn auch manchmal als etwas antiklimaktisch. Gleichwohl gibt es mehrere beeindruckende Stellen, an denen ich mich unter anderem an die Strauss-Elektra (der Schäferchor am Ende des zweiten Aktes ähnelte zum Beispiel stark den “Orest”-Rufen) erinnert fühlte. Read More

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Le prophète / Karlsruhe (22.10.2015)

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Leider machte mir der Job einen Strich durch die Rechnung, so dass ich erst zum Breakdance-Ballett (erneut mit viel Applaus bedacht) erscheinen konnte. Meine Beobachtungen haben also erst recht keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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