Category Archives: Berichte

Die Meistersinger von Nürnberg / Bayreuth (15.8.2017)

By | Berichte | No Comments

“Wer Jude ist, bestimme ich” soll Hermann Göring gesagt haben. Und was dem ehemaligen Reichsjägermeister recht war, das kann Richard Wagner nur billig gewesen sein. Das mag sich jedenfalls Regisseur Barrie Kosky bei der Konzeption seiner interessanten, aber letztlich das Thema verfehlenden Neudeutung der “Meistersinger” gedacht haben.   Read More

Share Button

Carmen / Bregenz (1.8.2017)

By | Berichte | No Comments

Es gab mal eine Zeit, da war die Kunstform Oper längst nicht mehr adeliger Repräsentationsmechanismus, besaß aber noch nicht den Ruf der abgehobenen Intellektualität. In jener Zeit des langen 19. Jahrhunderts musste Oper unterhalten – sie durfte auch intellektuell sein,  musste es aber nicht. Die Freilichtaufführungen in Bregenz folgen genau jenem Muster, indem sie gewisse zeitlose Sensationsbedürfnisse bedienen, auch wenn die Umsetzung derselbige sich freilich gewandelt hat. Logisch, denn wenn man zwanzig Aufführungen à 7000 Zuschauern bestreiten will, dann muss man dem auch Affen Zucker geben.

Read More

Share Button

Mosè in Egitto / Bregenz (31.7.2017)

By | Berichte | No Comments

Vierzig Jahre lang zog Moses mit den Israeliten durch die Wüste. Das klingt erst mal lang, aber er hatte Gott auf seiner Seite – immerhin. Inklusive Pause  führt Regisseurin Lotte de Beer das Publikum drei Stunden im Bregenzer Festspielhaus durch ein Kaleidoskop inszenatorischer Peinlichkeiten – oder an der Nase herum. So genau weiß man das nicht. Read More

Share Button

Oberon / München (30.7.2017)

By | Berichte | No Comments

Ein erster Blick in die Inhaltsangabe bestätigt die Befürchtung: Shakespeare ist in der letzten Oper Carl Maria von Webers lediglich Stichwortgeber. Ein zweiter, ausführlicher Blick lässt einen an den handwerklichen Basiskompetenzen des Librettisten, ja gar an dessen Verstand zweifeln. Ich hatte den “Oberon” schon einmal – lang, lang ist’s her – in Freiburg gesehen. Schon damals war ich von der Musik beeindruckt und hätte es damals fast so gemacht wie einige in München gestern: die Aufführung in der Pause, spätestens dann im Laufe des dritten Aktes ob des dann förmlich zerbröselnden Handlungsstranges zu verlassen. Read More

Share Button

Un giorno di regno / Heidenheim (27.7.2017)

By | Berichte | No Comments

Komische Verdi-Oper ? “Falstaff!” Und das war’s doch auch schon. Oder….? Nicht ganz, denn bei Verdis Zweitwerk, “Un giorno di regno” handelt es sich um eine durchaus vergnügliche Verwechslungs- und Intrigenkomödie am polnischen Hof. “Die fast völlig in Vergessenheit geratene Oper erfreut sich in jüngster Zeit wieder zunehmender Beliebtheit” werben die Heidenheimer Opernfestspiele auf ihrer Homepage. Das ist zwar sehr weit hergeholt – eine Anfrage bei Operabase in den letzten dreieinhalb Jahren verweist auf szenische Produktionen im bulgarischen Zagora, Martina Franca sowie Braunschweig. Das war’s auch schon. Lohnte sich die Ausgrabung ? Read More

Share Button

Der fliegende Holländer / Heidenheim (26.7.2017)

By | Berichte | No Comments

“Und wenn der Regisseur nicht weiter weiß, dann spart er nicht an Trockeneis.” Selten konnte man den Wahrheitsgehalt dieser alten Theaterweisheit besser überprüfen als beim aktuellen “Holländer” der diesjährigen Opernfestspiele Heidenheim. Read More

Share Button

Das Wunder der Heliane / Freiburg (25.7.2017)

By | Berichte | No Comments

“Aufgrund von Erkrankungen mussten beide Hauptrollen in Korngolds „Das Wunder der Heliane“ umbesetzt werden. Statt der Sopranistin Simone Schneider wird die Niederländerin Annemarie Kremer die Titelpartie singen. […] Die Tenorpartie „der Fremde“ wird vom Briten Ian Storey übernommen, der die Rolle eigens für Freiburg einstudiert hat.” So stand es auf der Homepage des  Theaters Freiburg und mit dementsprechend ambivalenten Gefühlen hatte ich mich auf die Reise gemacht…… Read More

Share Button

Maometto II / Bad Wildbad (23.7.2017)

By | Berichte | No Comments

In den 1820ern strebte Griechenland nach der Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich, eine wahre Hellenismus-Hysterie erfasste Europa. In Neapel nahm sich Rossini des Themas an, indem er auf die Zerstörung der venezianischen Kolonie Negroponte durch die Türken 1476 zurückgreift. Die Handlung ist hier – im Gegensatz zu den beiden vorherigen Abenden – durchaus nachvollziehbar, auch wenn es immer wieder Leerlauf gibt. Was jedoch fasziniert, ist zum einen die moderne, da fast durchgängige Kompositionsstruktur in beiden Akten, die sich stark von den vielen eine-Shownummer-jagt-die-nächste-Opern Rossinis abweicht. Und zum anderen die musikalische Umsetzung. Read More

Share Button

Wagner-Gala / Ludwigsburg (22.7.2017)

By | Berichte | No Comments

Life’s a bitch – das Leben ist kein Ponyhof, wie es Serienheld Stromberg in der gleichnamigen Serie einst so schön und etwas elegischer formulierte. Wer – wie ich – in freudiger Erwartung der höchstwahrscheinlich nächsten Bayreuther Brünnhilde zum Abschlusskonzert der diesjährigen Ludwigsburger Schlossfestspiele mit Auszügen aus “Siegfried” und “Götterdämmerung” angereist war, der musste emotional umdisponieren. Read More

Share Button

Eduardo e Cristina / Bad Wildbad (21.7.2017)

By | Berichte | No Comments

Zwanzig Jahre musste man beim Schwarzwälder Rossini-Festival auf eine erneute Produktion von “Eduardo e Cristina” warten. Der Komponist selber hatte vor knapp 200 Jahren weit weniger Zeit zur Fertigstellung der Partitur – und lieferte folglich ein Pasticcio ab. Read More

Share Button