Category Archives: Berichte

Alcina / Karlsruhe (18.2.2018)

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Ein langfristiges Ziel der Händel-Festspiele Karlsruhe war es stets, das Opernschaffen des Namensgebers irgendwann vollständig abgebildet zu haben. Und so wurde in den letzten Jahrzehnten so manch abseitiges Werk zu Gehör gebracht. Unter der jetzigen Intendanz wurde – so jedenfalls mein Kenntnisstand – zum ersten Mal mit dieser Regel gebrochen und auf ein bereits gezeigtes Werk zurückgegriffen. Auf “Alcina” fiel die Wahl, eines der populärsten Werke des barocken Musiktheaters überhaupt. Es ist ein Leichtes, sich dem Publikum an den Hals zu schmeißen, Kontinuität zu bewahren hingegen nicht. Nun kann man mit Traditionen durchaus auch brechen, aber diese “Alcina” – so gepflegt-ordentlich sie auch war – sie stellte gewiss keine Berechtigung für diesen Bruch dar. Read More

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Valer Sabadus / Karlsruhe (17.2.2018)

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Einen für mich überaus gelungenen Einstieg in die diesjährigen Händelfestspiele gab es mit einem Arienabend von Valer Sabadus (nebenbei: wo ist das “Barna” im Nachnamen geblieben ?). Unter dem Titel “Tiranno amor” gab es zwar keine besonders exotische Auswahl der Gesangsnummern (Händel, Vivaldi, Porpora), dafür aber eine in jederlei Hinsicht stimmige Umsetzung derselbigen. Read More

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Simon Boccanegra / Karlsruhe (26.1.2018)

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Da soll mal einer sagen, Barockopern seien schwer verständlich. Verdi hatte bei der Erstaufführung dieser nun wahrhaft verworrenen Handlung keinen Erfolg – erst mit der Zweitfassung konnte er zwei Dekaden später reüssieren. Reüssieren mit Verdi – das konnte nun auch das Badische Staatstheater nach dem spektakulär missglückten “Macbeth” wieder einmal, einer Koproduktion mit Luxemburg und Flandern sei es gedankt. Read More

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Die lustigen Nibelungen / Karlsruhe (25.1.2018)

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Sind tote Clowns eigentlich lustig oder traurig ? Und wie lustig mag es für ein hochmotiviertes Ensemble sein, vor einem drittelvollem Haus eine Operette zu spielen ? Read More

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Die Walküre / München (22.1.2018)

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Mit dem Besuch der “Walküre” schließt sich nun auch für mich persönlich der Münchner “Ring”. Über fünf Jahre sind seit der Premiere vergangen, daher möchte ich mich hinsichtlich der szenischen Bewertung kurz halten: Read More

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Städtebewohner / Stuttgart (16.1.2018)

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Besser spät als nie. Mit ihrem “Liedkonzert” gab sich Angela Denoke an ihrem ehemaligen Stammhaus – wenn auch im benachbarten Schauspiel – die Ehre mit ihrer aktuellen Zusammenstellung von Liedern Kurt Weils, Walter Kollos, Werner Richard Heymanns, Hanns Eislers, Friedrich Hollaenders und Mischa Spoilanskys. Spät, da der Abend bereits vor zwei Jahren hätte stattfinden, krankheitsbedingt aber verschoben werden musste. Und wenig, da trotz Betitelung eines Liederabends nicht mehr behauptet wurde, als dann eingehalten werden konnte. Die so enge wie haltende dramaturgische Klammer: Städtebewohner. Womit hier zumeist Berliner gemeint sein dürften. Read More

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Capriccio / Frankfurt (14.1.2018)

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“Prima la musica e poi le parole” – der Streit um die Hegemonie im musiktheatralischen Schaffen, er ist längt vorüber. Warum also ausgerechnet “Capriccio”, die letzte Oper von Richard Strauss auf die Bühne bringen ? Nun, vielleicht auch, weil sich in ihr aktuelle Kontroversen des Musiktheater unter der Oberfläche Bahn brechen – nämlich die Frage nach der Kontextualisierung eines Werkes im Entstehungsumfeld. Christian Thielemann kann nach seinem Silvesterkonzert ein Lied, besser: einen UFA-Schlager, davon singen….. Read More

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Mitridate / Schwetzingen (13.1.2018)

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Nach Karthago und seinem berühmt-berüchtigten Feldherren Hannibal war Mithridates VI., König von Pontos, das letzte große Hindernis für das expandierende Imperium Romunum das Mittelmeer endgültig zum mare nostrum zu machen. Der scheidende Heidelberger Operndirektor Heribert Germeshausen hatte somit eine passende Wahl für die letzte der sieben neapolitanischen Opern im Schwetzinger Rokokotheater, wird er doch ab nächster Spielzeit Intendant in Dortmund. Glückwunsch, dass sich die programmatische Trüffelschweinarbeit, in Archiven nach unbekannten Barockopern zu stöbern, auch karrieretechnisch ausbezahlt hat.

Mithridates hat die Römer stark gefordert, und das tut die gespielte Zweitfassung von Porpora mit dem Heidelberger Ensemble nicht minder.   Read More

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Tosca / Stuttgart (29.12.2017)

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Auch im neunzehnten Jahr seit der Premiere kann die Inszenierung von Willy Decker ihre Stärken ausspielen: im riesigen, schwarzen, fast leeren Bühnenraum wirken die Charaktere in ihren historisierenden Kostümen klein, gehetzt, orientierungs- und hilflos. Eine ideale Spielweise also für diesen Thriller unter den Opernklassikern. Read More

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Il trittico / München (27.12.2017)

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Sozialdrama, Rührstück, Komödie – das Triptychon Puccinis auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen ist wahrlich kein leichtes Unterfangen. Nach ihrem unsagbar dilettantischen “Mosè in Egitto” hatte ich die Erwartungshaltung an die Regisseurin bewusst so tief als nur irgend möglich abgesenkt, um nicht enttäuscht zu werden.  Dabei kamen Lotte de Beer und ihr Bühnenbildner (Bernhard Hammer) sogar unerwartet auf den Trichter. Leider nicht im übertragenen, sondern im allzu wörtlichen Sinne…. Read More

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