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Parsifal / Berlin (2.4.2018)

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Nach Zürich und Baden-Baden der nunmehr dritte “Parsifal” innerhalb fünf Wochen. Das schärft den Blick für Kleinigkeiten und macht vielleicht doch etwas überkritisch. Glücklicherweise gibt es nach dem Ostermontags-“Parsifal” an der Staatsoper wenig zu kritisieren.  Read More

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Das Wunder der Heliane / Berlin (1.4.2018)

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Man steckt nicht drin. Ewigkeiten schlummern Opern irgendwo in Archiven und plötzlich, urplötzlich stehen sie wie von den Toten wieder auf, wie die beiden Hautpartien in Korngolds “Das Wunder der Heliane” – ein noch vertrackteres Werk als die vergleichsweise leicht zugängliche und kürzere “Tote Stadt”. Mit der Ausnahme von Kaiserslautern (und  später nach Brünn exportiert) gab es in den letzten zehn Jahren meines Wissens überhaupt keine Produktion, dann machten allein letztes Jahr die Volksoper Wien und Freiburg  mit konzertanten Wiedergaben einen vorsichtigen Anfang, bis David Bösch in Gent/Antwerpen szenisch nachlegte. Nun also auch die Deutsche Oper Berlin. Read More

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A quiet place / Wien (29.3.2018)

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Mit “Ivanhoe” wollt er die eine englische Oper schreiben – und blieb doch im kollektiven Operngedächtnis haften als Komponist heiter-beschwingter Operetten wie “The Pirates of Penzance” oder “The Mikado”. Pech für Arthur Sullivan. Ähnlich unglücklich muss Leonard Bernstein gewesen sein, “nur” als erfolgreicher, charismatischer Dirigent und Komponist der weltberühmten “West Side Story” Bekanntheit erlangt zu haben. Und so mühte auch er sich ab, die amerikanische Oper schlechthin zu Papier zu bringen – um ähnlich wie Sullivan zu scheitern.

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Der Besuch der alten Dame / Wien (28.3.2018)

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Im “Opernglas” mokierte sich vor zwei, drei Jahren ein Redakteur, die aktuelle amerikanische Oper bediene sich eigentlich nur bereits vorhandenen literarisch-filmischen Materials und verarbeite dieses zu Opern. Ich frage mich, was daran so schlimm sein soll – es haben ja auch andere vor ihnen gemacht. Georg von Einem bediente sich ebenfalls großzügig aus dem Kanon “seiner” Muttersprache und hatte damit Erfolg. Nach Büchners “Dantons Tod” an der Staatsoper folgte also Dürrenmatts Klassiker “Der Besuch der alten Dame” am Theater an der Wien. Ich war gespannt, welchen kompositorischen Weg von Einem hier einschlagen würde und ob die “alte Dame” mit “Danton mithalten könnte. Read More

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Dantons Tod / Wien (27.3.2018)

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Jubiläen haftet immer auch etwas der Pflichtschuldiges an. Warum sollte ein Komponist ausgerechnet denn zu seinem hundertjährigen Geburtstag plötzlich aus der Versenkung auftauchen und nicht zu seinem, sagen wir, fünfundachzigsten ? Oder hundertsiebten ? Nun hat es dieses Jahr den österreichischen Komponisten “Gottfried von Einem “erwischt” und die Opernhäuser in Wien und Salzburg fragen nach der Repertoiretauglichkeit seiner Werke. Read More

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Parsifal (Premiere) / Baden-Baden (24.3.2018)

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Es waren weniger Gefühle der Anspannung als des Abschieds, die gestern im Publikum die Premiere der diesjährigen Osterfestspiele in Baden-Baden dominierten. Grund hierfür war jedoch weniger die Wahl des durchaus passenden Musiktheaterwerkes, sondern die Tatsache, dass es sich um die (vorerst ?) letzte Opernproduktion der Berliner Philharmoniker unter ihrem Chef, Sir Simon Rattle an der Oos handeln würde. Nach der letztjährigen „Tosca“ also Wagners opus ultimum – man durfte gespannt sein. Read More

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Pläne für April 2018

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Am diesjährigen Osterwochenende gibt es in Berlin gleich zwei festtagskompatible Opern zu sehen: Read More

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Der Tempelbrand (Premiere) / Strasbourg (21.3.2018)

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Als Eva Kleinitz, die designierte Intendantin der Opera National du Rhin, vor zehn Monaten ihre erste Spielzeit vorstellte, da war ich doch ein wenig enttäuscht. Gewollt modern – so war der erste Eindruck. Mit der Oper “Le pavillon d’or” konnte ich so gar nichts anfangen und hatte sie schnell ad acta gelegt. Dann war ich aber im August in Kyoto, wo just jener goldener Tempel (Kinkakuji) steht, den ein fanatischer Mönch 1950 abbrannte – er konnte dessen Schönheit nicht ertragen. Ich hatte nach dem Besuch zwar nicht das Bedürfnis, dem Mönch nachzueifern, aber wenn man diesen Pavillon und seine Spiegelung im anliegenden See einmal gesehen hat, dann kann man ihn gleichwohl gut verstehen. Read More

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Don Carlos (Premiere) / Lyon (17.3.2018)

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Viele von uns kennen dieses Gefühl, wenn man von Freunden oder dem zumeist älteren Bruder erfährt, dass nicht der Weihnachtsmann die Geschenke bringt, sondern die Eltern. Zuerst zweifeln wir diese Aussage resolut an. Doch spätestens beim klammheimlichen Enthüllen der Geschenke irgendwo auf dem Speicher oder im väterlichen Heimwerkerkeller liegen die Beweise schwarz auf weiß da. Und obwohl Weihnachten weiter schön bleiben wird, so sehr hat es doch an Zauber verloren. So ähnlich ging es mir bei der gestrigen Premiere des fünfaktigen, französischen “Don Carlos” in Lyon. Read More

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L’africaine – Vasco da Gama / Frankfurt (11.3.2018)

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Ja was denn nun – Afrikanerin oder Vasco da Gama ? Meyerbeer erlebte die Uraufführung seines letzten Werkes nicht mehr, erst ein Jahr nach seinem Tod wurde es unter dem Titel “L’africaine” auf die Bühne gebracht. Knapp 150 Jahre später hatte dann das Theater Chemnitz die Partitur vollumfänglich rekonstruiert und das Werk nach dem portugiesischen Entdecker benannt. Die große französische Oper wird nun seit einigen Jahren in Deutschland wiederentdeckt – merkwürdigerweise ist der sonst so innovative Frankfurter Intendant Bernd Loebe relativ spät auf den frankophilen Zug aufgesprungen. Dafür hat er aber – das soll in aller Deutlichkeit gesagt sein – einen echten Volltreffer gelandet. Read More

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