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Antikrist (Premiere) / Mainz (3.6.2018)

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Aus der ex post-Perspektive fragt man sich manchmal, wie um alles in der Welt die Zeitgenossen eines Komponisten dessen musikalisches Genie allen Ernstes verkennen konnten. Wir lehnen uns zurück und denken: “Wie borniert”. Fürs Protokoll: man zähle mich zu den Bornierten, was Rued Langgaard betrifft. Vor  gar nicht so langer Zeit hatte ich die “Sphärenmusik” des dänischen Komponisten als Vorspiel zu einem konzertanten ersten “Walküre”-Akt in Berlin gehört und wirklich beeindruckt war ich schon damals nicht. Gleich zweimal wurde seine Oper “Antikrist” von der Königlichen Oper Kopenhagen abgelehnt – und dies trotz intensiver Überarbeitung. Erst 1999 erlebte sie ihre szenische Uraufführung in Innsbruck. Handelt es sich hier also vielleicht um das klassische Beispiel für die Wahrheit, dass der Prophet nichts im eigenen Land sei ?  Read More

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Billy Budd / Frankfurt (2.6.2018)

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“Rum, sodomy and the lash” – Rum, Sodomie und die Peitsche. Mehr sind es laut Winston Churchill gewesen, was nautische Traditionen ausmachte. Und der musste es ja wissen, schließlich war er Marineminister…… Auch Komponist Benjamin Britten ging mit dem Stolz Großbritanniens hat ins Gericht und legte das  harsche, teils grausame Leben auf hoher See in seinem maritimen Meisterwerk “Billy Budd” als das dar, was es ist. Mein erster und bisher leider einziger “Billy Budd” war die Münchner Produktion. Das Werk hatte mich von der ersten Note an gepackt – kein Wunder, dirigierte doch der Klangmagier Kent Nagano eine in jeder Hinsicht gelungene Produktion mit drei fantastischen Hauptdarstellern, allen voran Nathan Gunn in der Titelpartie. Nach zwölf Jahren war ich also riesig gespannt auf die Frankfurter Produktion, die mir von allen Seiten wärmstens empfohlen wurde. Read More

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Parsifal / Mannheim (31.5.2018)

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“Museal”. Kein Urteil über eine Inszenierung klingt vernichtender. Und doch ist es eine ziemlich unsinnige Beschreibung, denn Museen sind ja eigentlich nur das Medium, sei es für Bilder, Installationen in der bildenden Kunst oder wie es eben das Theater für Werk und Inszenierung ist. Es kommt für mein Dafürhalten darauf an, welches Werk man ausstellt (Barockschinken oder Baselitz) und wie man es ausstellt – oder eben welche Oper man spielt und wie man sie in Szene setzt. Das zu Fronleichnam gespielte Werk (“Parsifal”) ist begrenzt alt (Uraufführung 1882), die Inszenierung  von Hans Schüler hat nunmehr auch 61 Jahre auf dem Buckel. Die Mannheimer hängen an ihr – und das sagt mehr über die Mannheimer Wagnerianer als die inszenatorischen Qualitäten aus. Denn der bloße Verweis auf die Schülerschaft des Regisseurs bei Wieland Sankt Wagner ist ja alleine kein Qualitätsmerkmal. Ich zum Beispiel bin ein sehr guter Anglist und Historiker (so steht es jedenfalls in meinem Staatsexamen und Magister-Zeugnis) – leider kann ich das nicht für die anglistischen und historischen Leistungen aller meiner Schüler sagen….. Read More

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Mahagonny – ein Songspiel + Pierrot Lunaire + Die sieben Todsünden / Strasbourg (28.5.2018)

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Puh…. Weiß  der Himmel, was ich mir dachte, als ich vor sieben Monaten die Karte für diese “Opern”-Kombination kaufte. Nix gegen Schönberg, aber mit der Kombination Kurt Weil/Bertolt Brecht kann man mich jagen – ihr “Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny” zählt neben einer anderen, weit prominenteren Oper (daher sei sie an dieser Stelle ungenannt) zu meinen absoluten “Oh nein, bitte nicht, alles nur das nicht”-Werken fürs Musiktheater. Und vor der Pause wurden meine schlimmsten Befürchtungen tatsächlich erfüllt…. Read More

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Tannhäuser / Wiesbaden (27.5.2018)

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Mittelständische Unternehmen, vor allem Handwerker beklagen es schon seit langem, doch nun hat es auch die Regie am Staatstheater Wiesbaden getroffen. Die Rede ist vom Fachkräftemangel – denn das was, der Hausherr Uwe Eric Laufenberg da dem Publikum als Regie verkauft, ist wie so oft plakativ, banal, fade und an weit kompetenteren Vertretern seiner Zunft orientiert. (Man könnte auch fast von plagiieren sprechen, aber dann wäre es ja szenisch besser.) Pfusch auf der Bühne statt Pfusch am Bau, wenn man so will. Read More

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Pläne für Juni 2018

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Im Juni steht mit Großbritannien das “land without music” im Mittelpunkt: Read More

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L’italiana in Algier / Salzburg (20.5.2018)

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Nach der Flüchtlingskrise 2015 eine Oper – noch dazu eine buffa – zum clash of civilizations zwischen Abend- und Morgenland auf die Bühne zu bringt, würde so ziemlich jeden Regisseur auf eine harte Probe stellen. Erschwerend kommt hinzu, dass es sich bei Rossinis “Italienerin in Algier” um kein besonders tiefgründiges Werk handelt, es ähnelt ansatzweise der “Entführung  aus dem Serails” nur eben ohne aufklärerischen Impetus oder Humanismus, die Charaktere stammen aus dem Setzkasten und die Musik ist bei aller Schönheit doch eher schlicht. Was also tun ? Read More

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Der fliegende Holländer / Baden-Baden (18.5.2018)

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Frühe Werke eines Komponisten gelten oftmals als noch nicht ausgereift, werden vom Standpunkt der späteren, “reiferen” Werke betrachtet, als handle es sich bei der Entwicklung eines Komponisten um eine Art geradlinigen Reife- und somit Optimierungsprozess. Die gestrige Aufführung des konzertant dargebotenen “Fliegenden Holländers” im Festspielhaus Baden-Baden zeigte jedoch, dass eine solche Perspektive gänzlich falsch sein kann. Read More

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Tannhäuser / Mannheim (13.5.2018)

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Neun Jahre hatte der Mannheimer “Tannhäuser” in den Untiefen des Fundus geschlummert – doch selbst eine offensichtlich gut geprobte Wiederaufnahme konnte über zentrale Probleme der gestrigen Aufführung hinwegtäuschen. Read More

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Werther / Zürich (10.5.2018)

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Was, frage ich mich, muss man eigentlich noch tun, um das Opernhaus Zürich voll zu bekommen ? Populäre Oper ? Check. Tolle Sänger, vor allem in der Titelrolle ? Check. Eine Inszenierung, die anspruchsvoll und ästhetisch zugleich ist ? Check. Und dazu noch niedrige Preise, selbst für deutsche Verhältnisse, da “Volksvorstellung” ? Check. Read More

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