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Salome / Mannheim (4.2.2015)

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Das war gestern eine etwas holprige “Salome” – man sollte dieses Werk vielleicht doch nicht derart isoliert im Spielplan platzieren. Dann könnte sich der Dirigent (Alois Seidlmeier) auch etwas zurückhaltender dirigieren. Juhan Trallas Tenor ist deutlich heldischer geworden seitdem ich ihn zum letzten Mal hörte (Werther). Wenn er jetzt etwas weniger ubeholfen spielen könnte, wäre das ein toller Narraboth. Eine grandiose Leistung gab es von Edna Prochnik als Herodias, ihr Gatte (Scott MacAllister) war stimmlich souverän, jedoch ohne dabei die Gefährlichkeit dieses Charakters zu vermitteln. Thomas Berau ist ein balsamischer Jochanaan. Dass diese banale Inszenierung von Frau Rech ihn derart im Regen stehen lässt, dafür kann er ja nichts. Read More

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Jenufa / Stuttgart (1.2.2015)

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Schon nach ihrer letztjährigen “Alceste” (in Madrid) war ich etwas irritiert ob der aktuellen Rollendebüts meiner Lieblingssängerin. Bevor sie im Mai dieses Jahr die Judit (in Montpellier) singen wird, stand gestern ein stückinterner Rollenwechsel an – von Jenufa zur Küsterin. Die Rede ist von Angela Denoke, die in Interviews (zu Recht) darauf hinwies, dass die Küsterin gar nicht so viel älter als Jenufa sein muss. Das mag sein, aber natürlich hat die sängerische Rezeption ihre Spuren hinterlassen – und Denokes, im Kern immer noch lyrischer Sopran, passt eben so gar nicht zu dem bisherigen Höreindruck, den man von dieser Rolle hatte. Read More

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Cinq-Mars / München (25.1.2015)

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Ulf Schirmer hatte mit Charles Gounods „Cinq-Mars“ – wie so oft – ein Rarität ausgegraben, dieses Mal jedoch bekanntere Namen als sonst aufgeboten, weshalb das Prinzregentenheater um einiges voller als bei den “vier Grobianen” war. Und es war ein fulminanter Abend. Read More

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La Boheme / Karlsruhe (24.1.2015)

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Mimi-Double: “Wollen Sie meine Brüste sehen ?”
Publikum: “Nein.”

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Norma / Wiesbaden (18.1.2015)

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Für die konsenssüchtige Kurstadt gab es ungewöhnlich viele Buhrufe am letzten Sonntag für die “Norma” in der Regie von Gabriele Rech. Nicht zu unrecht, denn das, was sich da auf der Bühne abspielt, ist nicht nur langweilig, sondern banal. Rech reduziert das Stück auf eine bürgerliche “Menage a trois” und lässt es folgerichtig im riesengroßen Schlafzimmer von Norma spielen, wo ein ebenfalls überdimensioniertes Gemälde, das den gallischen Wald zeigt, an der Wand hängt. Wenn “nichts” passiert, macht Rech mit Erika Sunnegardh in der Titelpartie Beschäftigungtherapie. Schuhe aus, Schuhe an, Jäckchen an, Jäcken aus. Alkohol, Pillen, nochmal Alkohol. Fernsehgucken (es sind die beiden Kinder zu sehen). Kotzen (vor der “Casta diva”). Was man eben als taffe Businesstante eben so macht. Oder Frau Rech sich darunter vorstellt. Ist Norma nicht von der Partie, fährt ein Prospekt runter, auf dem der selbe Wald wie dem auf dem Gemälde abgebildet ist. Später wird sich das Gemälde – eigentlich ein bemalter Gazevorhang (?) – öffnen bzw. den Blick auf den Wald und deren Bewohner freimachen. Aha, denkt man sich, da soll wohl gezeigt werden, wie Norma all das, was sich da draußen abspielt, irgendwie ausblendet. So weit, so gut. Aber das trägt eben keinen Abend – auch nicht, wenn im zweiten Akt das Schlafzimmer mitten im Wald steht. Warum funktioniert es nicht ? Weil Rech auf jeglichen politischen Hintergrund verzichtet – diese beiden Welten bleiben sich letztlich fremd, sie haben nichts miteinander zu tun. Rom ist Rom, aber keine brutale Besatzungsmacht. Der Konflikt Normas – er findet nicht statt. Tiefpunkt ist dann das “Versöhnungsduett” zwischen Adalgisa und Norma, in dem letztere eine Kissenschlacht mit den Kindern beginnt, während diese auf dem Bett herumspringen. Das tat richtig weh. Man darf gespannt sein, was von all dem noch übrig bleibt, wenn die Gruberova die Maifestspiele beehren wird……

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Verlobung im Traum / Karlsruhe (6.1.2015)

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Karlsruhe gelang es in den letzten Jahren mit der Reihe “politische Oper” auch überregional zu punkten – zuletzt mit der deutschen Erstaufführung von Weinbergs grandioser “Passagierin”. Dieser Reihe verdanke ich überhaupt meine besten Karlsruher Opernerlebnisse wie z.B. Tüürs “Wallenberg” Adams’ “Doctor Atomic” und insbesondere “Dantons Tod” – für mich überhaupt DIE Oper nach 1945. Read More

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Frau ohne Schatten / München (27.12.2014)

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So, gestern gab es die letzte Aufführung der aktuellen “Frosch”-Serie – und meine fünfte innerhalb eines halben Jahres. Erneut überwältigt die Bildsprache des Regisseurs, insbesondere am Ende des zweiten Aktes. Petrenkos Dirigat ist etwas schneller geworden und besitzt immer noch Referenzcharakter. Die messiasähnlichen Bravorufe – sie waren verdient. Read More

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Tristan und Isolde / Stuttgart (14.12.2015)

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Sehr geehrter Herr Morabito,
sehr geehrter Herr Wieler,

wie ist das denn so ? Ich meine, wie ist das denn so bei der Generalprobe, wenn Sie als Hausherren inszenieren ? Read More

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Friedenstag / Kaiserslautern (6.12.2014)

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“Was ist das, Friede ?”
Angesichts der weltpolitischen Umstände hatte das Pfalztheater mit der Wahl von “Friedenstag” eine weit politischere, umsichtigere Wahl für das Strauss-Jahr getroffen als die meisten anderen Häuser. Eigentlich keine Überraschung – Kaiserslautern war diesbezüglich schon immer eine “Goldgräberstadt”. Nein, die eigentliche Überraschung für mich war das Werk selber. Kein mythologischer Strauss, kein antikisierender Strauss, sondern ein Strauss, der – auf seine Weise – klar Stellung bezieht. Den “Fidelio” hört man regelmäßig raus, insbesondere als am Schluss der Holsteiner (Wieland Satter) den Frieden verkündet (der Minister lässt grüßen) und das Ganze in einem Stahlgewitter in C-Dur endet. Bereits in der Mitte des Einakters bietet Strauss jedoch eine herrliche Auftrittsarie für Marie, die sich in ein fulminantes Duett mit ihrem Mann, dem treu-bis-in-den-Tod-Kommandanten der Festung steigert und götterdämmerungsähnliches Pathos (im positiven Sinne) heraufbeschwört. Warum diese Szene nicht häufiger auf Solo-CDs zu finden ist – es ist mir ein Rätsel.

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Frau ohne Schatten / Zürich (30.11.2015)

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Die Zuschauer im nahezu ausverkauften Opernhaus bekamen gestern eine gute Frosch zu hören. Leider waren die Eindrücke der Frankfurter Produktion so nachhaltig, dass ich der Regie von David Pountney im ziemlich bunten Bühnenbild nicht sonderlich viel abgewinnen konnte. Gleiches gilt für das Dirigat des für Fabio Luisi eingesprungenen Peter Tilling. Alles solide und souverän. Aber so einen richtigen “Orchesterflash” hatte ich nicht. Read More

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