Rückblick 2017/18

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  • August 22, 2018

Persönliche Highlights der vergangenen Saison:

Aufführung: “Götterdämmerung” in Karlsruhe. Ein spielfreudiges Ensemble (auch bei der Gala), ein tolles Dirigat und eine klasse Inszenierung.

Regie: Tobias Kratzer für eine rabenschwarze, aber auch augenzwinkernde “Götterdämmerung” (s.o.) und somit dem mit Abstand besten Ring-Teil in Karlsruhe und eine “Afrikanerin” in Frankfurt, die gekonnt mit dem zum Rassismus neigenden Exotismus des Libretto umgeht.

Sänger: Piotr Beczala für einen exquisiten Werther in Zürich und einen fulminanten Lohengrin in Bayreuth.

Dirigat: Daniel Barenboim und seiner Staatskapelle mit zwei Wagner-Dirigaten. Zwar waren weder der “Tristan” noch der “Parsifal” perfekt, aber dafür von einer kompromisslosen, fast rücksichtslosen Emotionalität im Klang.

Überraschung: Paris und Lyon haben beides mal  gezeigt, dass Verdis “Don Carlos” eigentlich doch eine grand opéra ist – mag die italienische Fassung der späteren Jahre auch etwas kohärenter und musikalisch zwingender sein.

Ausgrabung: die Gottfried von Einem-Renaissance: “Dantons Tod”, “Der Besuch der alten Dame” und “Der Prozess” – drei Literaturopern, die allesamt einen festen Platz im Repertoire verdient hätten. Vielleicht ja irgendwann mal mit Waltraud Meier als Claire Zachanassian…?

Ärgernis: der infantil-hirnverbrannte “Don Giovanni” in Heidelberg sowie der der nichtssagende “Parsifal” in München, wo ein gefeierter Maler und ein regieführender Langeweiler ein Meisterwerk in den Sand setzen. Aber so richtig schlimm.

Opernhaus: auch wenn kein Opernhaus im eigentlichen Sinne – die Salzburger Festspiele. Dort sind die Karten mittlerweile auch nicht mehr so viel teurer als an der Bayerischen Staatsoper, aber mit der “Pique Dame”, den “Bassariden” und dem konzertanten “Prozess” gab es für mich gleich drei hochwertige Produktionen zu sehen/hören.

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