Monthly Archives: July 2018

Don Giovanni (Premiere) / Mannheim (14.7.2018)

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Hoch Falk verwöhnte weite Teile Deutschlands gestern mit Sonne – einzig in Mannheim zog ein Buhorkan namens Ekaterina über den “Don Giovanni” hinweg. Dabei fühlte ich mich phasenweise sogar gut unterhalten, aber das Gezeigte beweist, dass eine Ausschreibung der Inszenierung nicht immer eine gute Idee ist. Wenn selbst auf der Homepage des Theaters das Konzept als eines, “das in gewissem Sinne die Grenzen von Vernunft und gutem Geschmack sprengt” beschrieben wird, dann ist eigentlich schon vieles gesagt.  Read More

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Tosca / München (13.7.2018)

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“Aber theoretisch könnte Sozialismus funktionieren.” Dieser Ausspruch einer meiner Achtklässler ging mir beim Verlassen des Nationaltheaters gestern durch den Kopf. Theoretisch ist viel möglich, auch in der Oper. Da kann ein Intendant den Geldbeutel ganz weit aufmachen, die ganz großen Namen der Branche für zwei Festspiel-“Toscas” bezahlen und trotzdem kommt am Ende eine Aufführung heraus, die – no disrespect – nicht unbedingt mit einer Repertoire-“Tosca” in Karlsruhe mithalten kann. Read More

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Lucio Silla (Premiere) / Karlsruhe (8.7.2018)

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Ach, tut das gut. Nach einem sinnbefreiten “Parsifal” am Donnerstag konnte man in Karlsruhe wieder echtes Musiktheater erleben – und das bei einem Werk, das nun wahrlich nicht zu Mozarts Meisterwerken zählt. Aber halten wir fest: die meisten Sechzehnjährigen komponieren keine Opern und als Mozart so alt war wie ich, war er schon drei Jahre tot. Insofern möge man sich vor übereilten Urteilen hüten, denn selbst für ein Frühwerk klingt diese verspätete opera seria ungemein packend und weit humaner als drei Händel-Opern zusammen. Und wenn dann noch ein Berserker wie Tobias Kratzer das Regie-Szepter schwingt, dann werden auch die unendlich langen da capo-Arien nie unangenehm lang. Read More

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Parsifal / München (5.7.2018)

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Zitate sind ideale Einstiege, auch bei Kritiken – und Richard Wagners “Parsifal” geizt nicht mit ihnen: “Zum Raum wird hier die Zeit”, “Erlösung dem Erlöser”, “Wer ist der Gral ? – Das sagt sich nicht” sind nur die prominentesten Beispiele. Keines von ihnen eignet sich angesichts dieser szenischen Nullnummer in München, ungeachtet der musikalischen Perfektion. Am besten passt hier noch: “Und ich bin’s der all dies Elend schuf.” Allerdings bin ich mir nicht sicher, wer dieser “ich” ist – der in handwerklicher wie interpretatorischer Hinsicht die Abreit verweigernde Regisseur (Pierre Audi), der prominente Bühnenbildner (Georg Baselitz) oder doch Intendant Bachler, der dieses Konzept nie über die Konzeptionsphase hinaus hätte tolerieren dürfen ? Read More

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