Pläne für Oktober 2017

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  • September 27, 2017

Fünf Premieren stehen im Oktober an:

“Peter Grimes” in Frankfurt, “Norma” in Mannheim, “Götterdämmerung” in Karlsruhe, “Don Giovanni” in Heidelberg und “Hänsel und Gretel” in Stuttgart.

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2 Comments

  • Wolfgang Weisbrod says:

    Bin durch Zufall (und wegen des bescheurten “Don Giovanni” in Heidelberg) auf Ihre Seite gestoßen und habe mich mit Vergnügen festgelesen, nicht nur, weil ich viele der Aufführungen, die Sie besprechen, ebenfalls gesehen (und meistens ähnlich kritisch wie Sie beurteilt) habe, sondern weil ich auch Ihre unverblümte Art schätze, mit der Sie witzig und direkt sagen, dass der Kaiser sehr oft (vielleicht gar zunehmend?) nackt ist:. Dass Sie die Karlsruher “Meistersinger” gut fanden (aber das nur nebenbei) – geschenkt! Für mich war es die erste Oper, die ich mit Schaum vor dem Mund nach dem 2. Akt verlassen habe, denn ein Hans Sachs als Mister-Minit-Schuster hatte, fand ich, nur sehr geringen Erkenntniswert. Und der “Don Giovanni” vorgestern war die zweite, auch wenn einer Ihrer (professionellen) Kollegen (in “Die deutsche Bühne” – von der lokalen RNZ mal ganz abgesehen) die “besondere Überzeugungskraft dieses denkwürdigen Abends” lobte. Es sind dann immer solche Momente, in denen ich mich frage: Waren wir wirklich in derselben Aufführung? Oder sind – man kennt sich ja, trifft sich mit den Künstlern vor oder nach der Aufführung – Kritiken wie sie im 19. Jahrhundert gang und gäbe waren, nicht mehr zu vermitteln? Aber gut! Wie schon Schiller seinen Wallenstein charakterisierte: “Es schwanket sein Charakterbild in der Geschichte” …. Das mag und soll auch für die Beurteilung von Aufführungen gelten. Haben Sie den Frankfurter “Don Giovanni” gesehen (mit Christian Gerhaher in der Titelrolle und in der Inszenierung von Christoph Loy)? Da war der Protagonist von vornherein ein depressiver, abgehalfterter alter Mann, der auch das Publikum depressiv werden ließ. Aber aus ihm gleich einen Kasperl zu machen, wie das in Heidelberg der Fall war, geht genauso wenig.
    Zu viel Brecht auf der Bühne, zu wenig Ästhetik – das wäre so in etwa mein Résumé. Und ein Zitat aus Frischs Tagebuch im Kopf: “Jede Kunst, wenn sie nicht miserabel ist, hat immer etwas Kulinarische!”

    Und eine weitere Erkenntnis: Es gibt ja noch Opern-Verrücktere als mich selbst!

    Weiter so! Sie haben seit heute einen neuen und neugierigen und amüsierten Leser.

    • admin says:

      Danke für die netten Worte.

      Zu den Karlsruher “Meistersingern”: ich ahne, worauf Sie raus wollen. Ich fand den zweiten Akt deshalb toll, weil er zeigt, wie eine Situation und Ästhetik sich parallel zunehmend radikalisieren können.

      Zum “Don Giovanni”in Frankfurt: nein, den habe ich nicht gesehen. Zum einen, da in der Premierenserie Gerhaher sang, den ich eigentlich schätze, aber in dieser Rolle konnte ich mir das nicht wirklich vorstellen. Und zum anderen, da dieses Haus für Mozart und vor allem Barock einfach zu groß ist.

      Zum Thema Kritiken: Ich versteh auch nicht, warum Kritiken zunehmend meinungsschwacher werden. Letztlich weiß man nach der Lektüre vieler Kritiken nicht, ob eine Aufführung jetzt -rein subjektiv – “gut” oder eben “schlecht” war. Das Suchen des kleinsten gemeinsamen Nenners bei der Besprechung von Opernaufführungen führt ins Abseits.

      Beste Grüße,
      Florian Kaspar