I Capuleti e i Montecchi / Karlsruhe (12.11.2016)

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  • November 12, 2016

Einen soliden Repertoire-Nachmittag gab es diesen Samstag im Badischen Staatstheater – auch wenn die Inszenierung (Regie: Tilmann Hecker) von Mal zu Mal öder und ob ihres Bühnenbildes mit den drei Ebenen zunehmend konfuser wirkt.

Egal. Angesichts einer völligen Umbesetzung zu meinem ersten Besuch bin ich schwach geworden – man geht ja in der Regel nicht wegen der szenischen Umsetzung (Ausnahme Stuttgart) in eine Bellini-Oper, sondern der musikalischen Umsetzung. Steven Moore leitete das Orchester umsichtig und unauffällig, letzteres blieb auch der gemäßigt engagierte Chor. Dilara Bastars (Romeo) Mezzo hat eine fast maskulin anmutende Erdung, gepaart mit ein paar interessanten Höhenflügen. “Sein” Rivale (Tebaldo) ist mit dem aus Wexford heimgekehrten Jesus Garcia kann mit der A-Besetzung nicht gant mithalten. Zwar strömt der Tenor frei, vermeidet aber auch aufsehenerregende Verzierungen oder interpolierten Tönen. Etwas nasal klingt der Bassbariton der Ex-Karlsruherin Lucia Lucas in der Rolle des Familienoberhauptes Capellio – da strahlte der Lorenzo von Avtandil Kaspeli mehr Autorität aus. Das ursprüngliche Liebesobjekt Ina Schlingensiepen war kurzfristig erkrankt und musste auf die Schnelle ersetzt werden. Kein leichtes Unterfangen, bei welchem das Betriebsbüro aber  ein glückliches Händchen bewies: Anna Sohn sang eine technisch makellose Giulietta mit einem etwas neutralen, aber dennoch angenehmen Timbre. Der Sopran der Koreanerin klang zudem ziemlich kräftig – was ich in diesem Repertoire im direkten Vergleich mit allzu leichten Stimmen immer präferiere.  Ein “Wiederhören” wäre wünschenswert.

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