Jerusalem (Premiere) / Freiburg (1.10.2016)

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  • October 2, 2016

dpa – Einen unerwartet hohen Patientenanstieg verzeichnete die HNO-Notfallambulanz des Freiburger Universitätsklinkums in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Grund hierfür war ersten Berichten zufolge ein überaus lautes Dirigat von Fabrice Bollon bei der Premiere der Verdi-Oper “Jerusalem”. Einer der behandelnden Ärzte, Dr.Öhnung, zeigte sich verblüfft, dass der örtliche Generalmusikdirektor mit den akustischen Gegebenheiten des Hauses so wenig vertraut sei, dass im dynamischen Bereich praktisch nur zwischen f und ffff musiziert wurde. “Nicht wenige Patienten klagten, dass diese Lautstärke angesichts der wunderbaren Sangesleistung von  Anna Jeruc als kraftvolle Helene mit Agilità und Giukio Pelligra als höhensicherer Gaston eigentlich gar nicht nötig gewesen waren.” Französische Besucher hätten sich zudem vorsichtshalber bei ihm eingefunden um ihre Hörleistung zu überprüfen, da das Gesungene bei aller Schönheit so gar nicht nach ihrer Muttersprache klang. Der Leiter der benachbarten Notfallpsychatrie bestätigte die merkwürdigen Auswirkungen der Aufführung: “Vor zwei Wochen wurde der Chef der Herrenabteilung des Freiburger C&A mit Nervenzusammenbruch eingeliefert, weil er gar nicht mehr nachkam, 99 Euro-Anzüge für den Chor zu liefern.” Jetzt teile er sich sein Zimmer mit dem katalanischen Regisseur Calixto Bieto, der wegen Burnout und szenischer Ideenlosigkeit schon vorab in die ambulante Abteilung eingecheckt und sich des Wiederkäuens eigener Ideen sowie seine Bühnenbildnerin des Diebstahls bezichtigt hatte. Die eingeschaltete Polizei bestätigte daraufhin nach intensiven Recherchen, dass der am Rimsinger Baggersee entwendete Felskies Verwendung im überlangen zweiten Teil des Opernabends fand und unentwegt zu störenden Nebengeräuschen führte, die wiederum von vielen der anfangs genannten HNO-Patienten angeführt wurden.

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