Monthly Archives: September 2016

Der Freischütz / Zürich (25.9.2016)

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“Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum” heißt es im Faust. Es scheint, als ob Regisseur und Bühnenbildner Herbert Fritsch sich eher an genanntem Goethe-Zitat als dem Libretto bei seiner Konzeption des “Freischützes” orientierte. Wobei es Fritsch nicht bei grün belässt, sondern sich großzügig aus einem psychedelischen Farbkasten bedient, der die Flower Power der Sechziger wiederum fast schon grau wirken lässt. Read More

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Die Zauberflöte / Heidelberg (23.9.2016)

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Wenn wir ehrlich sind, dann können Zauberflöten ziemlich zäh sein, insbesondere nach der Pause, unabhängig von vielen einzigartigen Momenten musikalischer Schönheit. Die summa summarum einer Aufführung bemisst sich nach meinem Dafürhalten folglich in erster Linie nach der gefühlten Aufführungsdauer. Und sieht man einmal von den umwerfenden Produktionen der Komischen Oper Berlin und des Regiealtmeisters Konwitschny in Stuttgart ab, so fällt mir auch bei längerem Nachdenken keine Produktion ein, die ich als derart überzeugend wahrgenommen hätte.

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Der Sandmann / Frankfurt (18.9.2016)

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Wie schon in den Jahren zuvor eröffnete die Oper Frankfurt mit einem zeitgenössischen Werk die Spielzeit – dieses Jahr war es der “Sandmann”, eine Adaption nach Motiven der E.T.A. Hoffmann-Erzählung.

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Attila / Kaiserslautern (17.9.2016)

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Bei der Rocky Horror Show gibt es die Rolle des Erzählers – und für das Publikum gibt es die Möglichkeit, das Bühnengeschehen lautstark mit”boring” bzw. “langweilig” zu kommentieren. Dummerweise zeigte Kaiserslautern kein Musical, sondern die Verdi’sche Oper über den sagenumwobenen Hunnen Attila, der Rom erheblich zusetzte. Die Handlung ist etwas wirr, der Feinschliff bei den Charakteren fehlt – geschenkt. Wir haben es dennoch mit einer überaus ansprechenden Partitur zu tun – das Stück erlebt zur Zeit eine durchaus nachvollziehbare deutschlandweite Renaissance (Lübeck, Nürnberg). Read More

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Pläne für Oktober 2016

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Mein Oktober wird stark von französischer Oper dominiert: Read More

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Die Walküre (1.Akt) / Berlin (7.9.2016)

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Womit koppelt man einen konzertanten ersten Walküren-Akt ? Auf dem Musikfest Berlin entschloss man sich, der inzestuösen Liebeserzählung die “Sphärenmusik” eines gewissen Rued Iammanuel Langgaard voranzustellen. Gerade beim gehetzten Vorspiel zur Walküre gab es da ein paar Parallelen zu entdecken, aber das war es auch. Das Frühwerk (entstanden während des ersten Weltkriegs) des dänischen Spätromantikers findet selten zu einer eignen Musiksprache – man hört viel Strauss (ohne die Feinzeichnung), Debussy (ohne dessen Genialität), John Adams (ohne dessen Unerbittlichkeit bei der Repetition), auch kurz Naturschilderungen à la Smetana oder den Bombast der “Planeten” von Holst – aber letztlich klingt vieles zu gewollt. Gleichwohl verfliegen die vierzig Minuten relativ zügig – und wenn wir ehrlich sind, dann dürften die allermeisten Zuschauer in der ziemlich vollen Philharmonie wegen des zweiten Teils gekommen sein. Read More

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Cristina, regina di Svezia / Oldenburg (3.9.2016)

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Jacopo Foroni dürfte auch hartgesottenen und weitgereisten Operngängern so ziemlich unbekannt sein. Dabei kann seine Oper, irgendwo zwischen Belcanto und frühem Verdi angesiedelt, über die schwedische Königin Christina bezüglich Hofintrigen, amourösen Verwicklungen und bestechenden Melodien durchaus mit den “englischen” Königsopern Donizettis mithalten. Christina wurde wie ein Kronprinz ausgebildet und übernahm bereits mit 18 Jahren die Herrschaft über das damalige Ostseeimperium – ihr Porträt ziert bereits  zu Beginn der Aufführung (und den leider etwas zähen Umbaupausen) den Vorhang und zeigt eine androgyne Herrscherin. Kein Wunder, dass das Liebesleben der Monarchin besonders… nun, nennen wir es einmal “delikat” war.

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