Monthly Archives: April 2016

“Hat man nicht auch Gold beineben….”

By | In eigener Sache | 3 Comments

Hat man nicht auch Gold beineben
kann man nicht ganz glücklich sein;
traurig schleppt sich fort das Leben,
mancher Kummer stellt sich ein.

In der Haut von Peter Spuhler möchte ich momentan nicht stecken. Nicht weil ich dann immer noch Intendant eines Staatstheaters wäre, das ich am liebsten schon verlassen hätte. Auch nicht, weil nach internen Machtkämpfen mit und über den Verwaltungsdirektor meine autokratisches Gebaren öffentlich wurde. Nein, weil die Stadt Karlsruhe den Gürtel enger schnallen und ich nun schauen müsste, wie ich das nun irgendwie gebacken bekäme. Die Drohung Spuhlers, eine ganze Sparte zumachen zu müssen, steht immerhin im Raum. Guter Rat ist teuer. Was also tun ?

Die üblichen Weltuntergangsszenarien sind bereits gedruckt, auf Blogs diskutiert (http://badisches-staatstheater-karlsruhe.blogspot.de/2016/04/zuschukurzungen-am-badischen.html#more), die online-Petitionen im Netz und die Empörung über den wahrhaftig bösen Kahlschlag enorm. Und trotzdem – sind Einsparungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro wirklich ein Ding der Unmöglichkeit ? Ich möchte mich nicht in den so bequemen wie unterstützungswürdigen Kreis der Sparkritiker einreihen, sondern vielmehr Überlegungen anstellen, wie man dem Spardiktat nun ganz praktisch begegnen könnte. Dazu sei vorab gesagt: ich bein kein Betriebswirt. Meine Überlegungen sind Überlegungen und nicht mehr. Ein Milchmädchen hat vielleicht mehr ökonomischen Sachverstand als meine Kalkulation. Trotzdem – hier ist sie:

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Der fliegende Holländer / Heidelberg (24.4.2016)

By | Berichte | No Comments

Nach dem ziemlich missglückten “Holländer” in Mainz folgte der keineswegs überragende, aber grundsolide “Holländer” in Heidelberg. Auch hier verengt die Regie (Lydia Steier) den ganzen Weltschmerz, den Überdruss, die Lebensmüdigkeit des Holländers auf einen Aspekt – hier jedoch nicht auf Kapitalismuskritik wie in Mainz, sondern Kritik am Militarismus. So spielt die Handlung auch durchgängig in einer US-amerikanischen Militärakademie. Read More

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Der fliegende Holländer / Mainz (16.4.2016)

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“Auf geb’ ich mein Werk, nur eines will ich noch. Das Ende.”

Falsches Zitat, ich weiß, aber angesichts der gestrigen Holländer-Premiere fällt mir spontan kein besseres ein. Das könnte aber auch daran liegen, dass dieser Holländer in etwa soviel mit einem Holländer zu tun hat wie eine Zauberflöte mit einer Carmen. Read More

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Pläne für Mai 2016

By | Anstehende Vorstellungen | One Comment

Ein lokaler Schwerpunkt im Wonnemonat liegt – wie stets – auf Wiesbaden. Die dortigen Maifestspiele bieten neben “Boris Godunow” (mit Polen-Akt und Matti Salminen) eine “Cosi” und den spektakulären “Fliegenden Holländer”. Read More

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Il trittico / Frankfurt (9.4.2016)

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Was ist der gemeinsame Nenner für die drei so unterschiedlichen Einakters des “Trittico” ? Claus Guth findet ihn im Umgang des Todes und lässt neben den Akteuren zahlreiche Verstorbene – das dominante Weiß derer Kostüme sowie des Bühnenbildes erinnert immer wieder an den “Tod in Venedig” – auf einem riesigen Schiff auf zwei Ebenen mit riesiger Drehbühne aufmarschieren. Das Erstaunliche für mich war dabei, wie gut das klappt, sei es beim Feierabendumtrunk der Arbeiter im Unterdeck (“Il tabarro”), dem Schiffsgottesdienst (“Suor Angelica”) oder der Luxuskabine (“Gianni Schicchi”). Read More

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Il mondo della luna / Baden-Baden (8.4.2016)

By | Berichte | No Comments

Eine harmlose wie vergnügliche Wiedergabe der Hayn-Oper “Die Welt auf dem Monde” ist zur Zeit im kleinen Theater Baden-Baden zu genießen. Regisseur Jörg Behr verzichtet auf die Rezitative und treibt die Handlung über einen misanthropischen Witwer, der der seine Tochter nicht vermählen möchte, zügig voran. Leerlauf entsteht dabei ebenso wenig wie Tiefgang – was bei einem Librettisten wie Goldoni ein wenig schmerzhaft, aber dennoch verkraftbar ist.

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Tristan und Isolde / Karlsruhe (3.4.2016)

By | Berichte | 2 Comments

Die Badische Staatskapelle ist weiß Gott kein schlechter Klangkörper, aber ich kann mich beim besten Willen nicht entsinnen, sie jemals in so bestechender Form gehört zu haben. Das Dirigat von Justin Brown hat tatsächlich etwas vom jungen Thielemann: Read More

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