A Midsummer Night’s Dream / Metz (6.3.2016)

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  • March 7, 2016

Wahnsinn – trotz winterlichen Schmuddelwetters gelang es der Oper Metz, das Publikum für knapp drei Stunden in einen Sommernachtstraum zu tauchen, der mir noch lange ein Lächeln auf die Lippen zaubern wird. In einem überaus phantasievollen Bühnenbild (Louis Désiré), in den ersten beiden Akten aus einer riesigen Stuhlpyramide bestehend, fackelt Regisseur Paul-Émile Fourny ein zauberhaftes, aber nie knalliges Feuerwerk ab. Obgleich das Werk viele Solisten verlangt, hat jeder Charakter Wiedererkennungswert. Ironischerweise fällt auch deshalb eine Bewertung der gesanglichen Leistungen umso schwerer, da der Spannungsbogen nie einbricht und kein Charakter zur Nebenrolle wird. Kurzum: eine richtig tolle Ensembleleistung. (Vollständie Besetzung: http://opera.metzmetropole.fr/site/agenda_detail.php?id_agenda=224&id_groupe=) Wenn ich hier also Isaiah Bell als jugendlich-heldischen Lysander, Osvaldo Perroni als herrlich komische(r) Flute/Thisbe und Mélanie Boisvert als koloraturensichere Titania erwähne, dann soll das die Leistung von Fabrice di Falcos magischen Oberon, Scott Emersons umtriebiger Puck und all er anderen keineswegs schmälern. Den größten Zauber entfacht an diesem Nachmittag allerdings David T. Heusel im Orchestergraben. Unglaublich, wie es dem Orchester gelingt, in den beiden Waldakten kuriose Klänge zu erzeugen. Perfekt spielen Blechbläser ihre vertrackten Partien. Im dritten Akt hört man dann fast volksopernhafte Weise, mit viel Schalk und Spaß dargeboten. Schade, dass die Produktion nur noch am morgigen Dienstag zu sehen ist.

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