La fida ninfa / Baden-Baden (29.10.2015)

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  • October 31, 2015

Meine Befürchtung, dass es sich bei der Vivaldi-Oper um eine treue Nymphe um irgendein pastoral-betuliches Werk handeln könnte, wurde Gott sei Dank nicht erfüllt und zudem schon mit der ersten Arie, fetzig mit Blech und Schlagwerk instrumentiert, des für barocke Verhältnisse fast schon heldenbaritonalen Robin Adams als Oralto widerlegt. Toll ! Nicht weniger imposant der elegische Countertenor von Carlos Mena als Osmino – warum hört man von dem Spanier eher wenig beim aktuellen Hype der Countertenöre ? Vokal etwas abfallend hingegen der aspirierende, leicht schwachbrüstige Tenor von Topi Lehtipuu. Auf der Damenseite gab es die Möglichkeit, reinem Stimmglück zu lauschen, allen voran Roberta Ivernizzi, die nach einem etwas verhaltenen Start im zweiten Teil richtig aufdreht und die phasenweise schon absurd anmutenden Koloraturketten mit Bravour meistert. Als zweiter Sopran wetteiferte die Stimme von Maria Espada mit ihrem feuerroten Kleid darum, wer heißblütiger ist. Der Sieg ging an die Stimme. In der eher kurzen Rolle der Elpina präsentierte Franziska Gottwald ihren warmen Mezzo von bester Seite. Am Ende komplettieren und beenden Ismael Arroniz und Francesca Ascioti als Götterpaar einen musikalisch beglückenden Abend. Wesentliche Anteil daran hatte freilich auch das Spezialistenensemble “La Cetra” aus basel unter der inspirierenden Leitung Andrea Marcons. Schade, dass sich doch so wenig Zuhörer ins Festspielhaus verirrt hatten, wo der akustische Eindruck übrigens üppig war und der volle Klang im großen Haus keinesfalls verloren ging. Müssen denn immer nur die ganz großen Namen der Plattenlabels sein, um die Leute ins Festspielhaus zu locken ?

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