Le prophète / Karlsruhe (22.10.2015)

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  • October 24, 2015

Leider machte mir der Job einen Strich durch die Rechnung, so dass ich erst zum Breakdance-Ballett (erneut mit viel Applaus bedacht) erscheinen konnte. Meine Beobachtungen haben also erst recht keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

“B-Besetzung” ist irgendwie ein fieses Wort. B-Ware, B-Promis kommen einem noch in den Sinn. Die B-Premiere konnte, das muss gesagt sein, mit der A-Besetzung nicht mithalten, stellt aber eine interessante Alternative dar. Am wenigsten trifft dies auf die Fidès von Giovanna Lanza zu. Hier fehlte mir die stimmliche Kraft des “Urweibs” Ewa Wolak. Die Tiefe war ebenfalls nicht so imopsant wie bei “unserer” Hausbesetzung und in Bezug auf Höhensicherheit war mancher Ton grenzwertig. Darstellerisch ist Lanza zurückhaltender. Agnieszka Tomaszewaska hat einen leichteren Sopran als Frau Schlingensiepen – an sich also gleichwertig, wenn es nicht ein paar Intonationsunsicherheiten (im Duett mit Lanza)  gegeben hätte. Eric Fenton in der Titelpartie hat ein Timbre, das mir persönlich mehr gefällt als das von Marc Heller – Fenton klingt in der Mittellage wärmer, runder, während die hohen Töne kurz angerissen werden. Im dritten Akt bei der Ansprache an das Volk hatte ich diesbezüglich auch den Eindruck, dass er ein-, zweimal “aus der Spur kam”, was aber den ansonsten guten Eindruck nicht trübte. Was von meiner frankophonen Begleitung jedoch generell moniert wurde und was ich auch schon am Sonntag geahnt hatte, war erneut die nicht besonders idiomatische Aussprache aller drei Sänger.

Das Orchester (dieses Mal setzte die Orgel korrekt ein) und Chor gaben erneut keinen Anlass zur Klage.

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