Monthly Archives: October 2015

La fida ninfa / Baden-Baden (29.10.2015)

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Meine Befürchtung, dass es sich bei der Vivaldi-Oper um eine treue Nymphe um irgendein pastoral-betuliches Werk handeln könnte, wurde Gott sei Dank nicht erfüllt und zudem schon mit der ersten Arie, fetzig mit Blech und Schlagwerk instrumentiert, des für barocke Verhältnisse fast schon heldenbaritonalen Robin Adams als Oralto widerlegt. Toll ! Read More

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The Greek Passion / Essen (25.10.2015)

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Die Inkubationszeit von Musiktheaterproduktionen beträgt mehrere Jahre – zu viel Zeit also lag zwischen der Entscheidung vieler Opernhäuser, eine Martinu-Oper zu dessen 125. Geburtstag zu bringen und der aktuellen Flüchtlingskrise. Viele Häuser entschieden sich für “Julietta”, Essen hingegen lag mit der Wahl der “griechischen Passion” goldrichtig.  Auf einer griechischen Insel erscheinen Flüchtlinge; Landsmänner, die von den Türken vertrieben wurden. Sie stellen eine Bedrohung für den Wohlstand dar und werden am Ende erneut vertrieben – nicht zuletzt vom Dorfpriester. Ein paar Dorfbewohner, die sich ihre Rollen im aktuellen Passionsspiel sehr zu Herzen nehmen, begehren auf, wehren sich gegen die Hartherzigkeit und werden durch gelebtes Christentum zu einer Bedrohung der Institution Kirche. Der Schäfer Manolios muss – wie seine “Bühnenrolle” Jesus – am Ende den Opfertod sterben.

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Hänsel und Gretel / Heidelberg (24.10.2015)

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Woran kann man mittlerweile überhaupt noch erkennen, wann Weihnachten droht ? Schnee ist schon längst kein Indikator und seitdem Supermärkte ihre Schokonikoläuse im September ins Regal stellen ist jeder Zeitbezug verloren gegangen. Wie schön, dass es noch Opernhäuser gibt, denn anstehende “Hänsel und Gretel”-Aufführungen sind der nunmehr letzte Hinweis auf das Christenfest. Read More

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Pénélope / Strasbourg (23.10.2015)

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Einen hervorragenden Eindruck machte auf mich die gestrige Premiere der “Pénélope” in Strasbourg. Die Musik von Gabriel Fauré empfand ich als sehr schön anzuhören, wenn auch manchmal als etwas antiklimaktisch. Gleichwohl gibt es mehrere beeindruckende Stellen, an denen ich mich unter anderem an die Strauss-Elektra (der Schäferchor am Ende des zweiten Aktes ähnelte zum Beispiel stark den “Orest”-Rufen) erinnert fühlte. Read More

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Le prophète / Karlsruhe (22.10.2015)

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Leider machte mir der Job einen Strich durch die Rechnung, so dass ich erst zum Breakdance-Ballett (erneut mit viel Applaus bedacht) erscheinen konnte. Meine Beobachtungen haben also erst recht keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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Pläne für November 2015

By | Anstehende Vorstellungen | No Comments

“König Kandaules” in Augsburg

“Mefistofele” und “Werther” an der Bayerischen Staatsoper

“Turandot” in Ulm

“Alessandro” in Würzburg

“Iwan Sussanin” und “Der fliegende Holländer” in Frankfurt

“Salome” in Stuttgart

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Le prophète / Karlsruhe (18.10.2015)

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Radikale Wiedertäufer im Münsterland und der klangvolle Titel “Der Prophet”- dabei könnte es sich auch um einen kuriosen ARD-Tatort aus Münster handeln. Allerdings hat hier nicht die ARD, sondern Giacomo Meyerbeer seine Finger im Spiel. Gleichwohl hat der religiöse Hintergrund der Geschichte wenig Bedeutung, der politische Charakter dominiert. Die Handlung erinnerte mich auch an den Klassiker Manchurian Candidate, wird doch ein Jedermann von religiösen Fanatikern, die hier wie verirrte Zeugen Jehovas durch das Vorstadtghetto auf der Suche nach zu bekehrenden Seelen irren, instrumentalisiert, um die eignen und sehr politischen Ziele durchzuführen. Read More

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Jonas Kaufmann-Puccini / Frankfurt (14.10.2015)

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Jonas Kaufmann ist ein sympathischer Mensch.
Jonas Kaufmann ist ein attraktiver Mann.
Jonas Kaufmann ist ein intensiver Darsteller.
Jonas Kaufmann ist ein vielfältiger Tenor.
Jonas Kaufmann ist nichts für mich. Read More

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Turn of the Screw / Zürich (11.10.2015)

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“Warum ist das denn so leer?” fragte mich die nette alte Dame neben mir. Nachdem ihre im Schwytzerdütschen gestellten Idiom dechiffriert hatte, konnte ich ihr allerdings immer noch keine Antwort geben. Okay, Britten ist weder Straßenfeger noch Gassenhauer, aber eine gefühlte Auslastung von unter 50 Prozent bei derart moderaten Preisen – es handelte sich um eine sog. “Volksvorstellung, wo man maximal 75 Franken für eine Karte hinlegt – lässt einen die bange Anschlussfrage stellen, wie gering das Haus wohl an einem Werktag zu regulären Preisen (bis 200 Fränkli) ausgelastet sein mag…..

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Opernostrakismos

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“Kindergarten”. Meinte jedenfalls Lukas, als wir das Thema Scherbengericht im Geschichtsunterricht letztes Schuljahr behandelten. “Wenn jeder irgendjemand aufschreibt, reichen ja vielleicht nur drei, vier Stimmen, und der muss dann für zehn Jahre weg.”

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