Monthly Archives: August 2015

Pläne für den September 2015

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“Tristan und Isolde” in Dortmund

“Don Giovanni” – konzertant  mit dem Freiburger Barockorchester in Freiburg sowie in Schwetzingen (Gastspiel Saarbrücken)

“Le nozze die Figaro” in Heidelberg

“Gianni Schicchi”/”Der Zwerg” in Mainz

 

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Il Germanico / Innsbruck (16.8.2015)

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Ein Riss geht durch die Familie des germanischen Fürsten Segeste. Dieser hat sich fünf Jahre nach der gewonnenen Varusschlacht, die römische Übermacht und Dominanz allerdings antizipierend, mit dem römischen Feldherren Germanico verbündet. Die eine Tochter (Ersinda) ist dem römischen Soldaten Cecina zugetan, die andere (Rosmonda) mit dem einst siegreichen, nunmehr aber unterlegenen Armino (Hermann) verheiratet.

In den letzten Jahren wurde in zahlreichen Musikarchiven gebuddelt und teilweise Erstaunliches zu Tage gefördert. Kurioserweise hat einer der damals führenden Komponisten des Spätbarocks, Nicolo Porpora, immer noch wenig Bekanntheit. Der Dirigent und Intendant der Innsbrucker Alte-Musik-Festivalindendant Alessandro De Marchi hat mit “Il Germanico” vielleicht keinen Volltreffer gelandet – man denke an die Vinci-Renaissance – aber immerhin einen lohnenswerten Beitrag für die Barockwelt geleistet. Read More

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Tristan und Isolde / Bayreuth (13.8.2015)

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Seit geschlagenen fünf Minuten sitze ich vor dem leeren Textfeld und weiß nicht, wie ich beginnen soll. Deswegen ohne Umschweife: so sehr war ich selten enttäuscht von einer Aufführung. Und der Grund hierfür hat einen Namen – Evelyn Herlitzius. Ich möchte vorab sagen, dass ich Frau Herlitzius als Elektra und als Färberin ganz, ganz fantastisch fand und im Gegensatz zu manchem Wagner-Bekannten das Einspringen für Kampe für Westbroek durchaus nicht im Voraus negativ gewertet hatte. Vielleicht war das ja der Fehler…..?   Read More

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Turandot / Bregenz (11.8.2015)

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Nach dem – nur in betriebswirtschaftlicher Hinsicht – desaströsen “Andrea Chenier” musste in den letzten beiden Jahren von David Poutney die “Zauberflöte” zum Aufpolieren der Bilanzen herhalten. Die neue Intendantin Elisabeth Sobotka geht in ihrem ersten Jahr ebenfalls kein Risiko ein und verweigert mit “Hoffmanns Erzählungen” im Festspielhaus auch nur den Anschein eines Spielplans mit Anspruch. (Fürs Protokoll: Es gibt als Gastspiel der Oper Frankfurt den “Goldenen Drachen” von Peter Eötvös in der Werkstattbühne.) Dass eine Freilicht-“Turandot” auf dem See aber so (selbst-)gefällig in Szene gesetzt werden muss, das war dann doch eine Art Kapitulation vor dem Opernmob. Read More

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Der fliegende Holländer / Bayreuth (8.8.2015)

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Dieser “Holländer” begann verdammt vielversprechend – mit einer fetzigen, fehlerfreien Ouvertüre. Und das, wo der Graben weiß Gott kein Gewinn für diese Partitur darstellt. Beim Verlassen des Gebäudes hörte ich einen Besucher sagen, das Dirigat habe ihm besser als das von Thielemann gefallen. Kann ich sogar verstehen. Auch im Laufe des Abends bleibt das orchestrale Niveau (Axel Kober) hoch, auch wenn es ein, zwei mal bei der Koordination mit dem Chor wackelt. Und dann wären wir schon beim zweiten Pluspunkt der gestrigen Aufführung. Ich weiß, den Bayreuther Chor zu loben, ist eigentlich überflüssig. Aber das war wie so oft, eigentlich wie immer, vom Allerfeinsten. Allein das “hui” des Gespensterchores im dritten Akt – wie oft hört man einfach nur ein Forte. Nicht jedoch hier – allein wie auf diesem einen Ton die ganze dynamische Palette abgedeckt wird, das ist einfach der Wahnsinn. Read More

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Hoffmanns Erzählungen / Bregenz (6.8.2015)

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So leid es mir tut, auch in der mittlerweile vierten Inszenierung konnte ich keinen Zugang zu diesem Werk finden – dabei kann ich Offenbach einiges abgewinnen. Somit möchte ich der Regie von Stefan Herheim keineswegs die Schuld in die Schuhe scheiben, dass mich der Abend weitestgehend kalt gelassen hat – einzig nach der Pause, im Antonia-Akt, erlebt man psychologisch packendes Theater. Zuvor meint man fast, Barrie Kosky von der Komischen Oper Berlin hätte Regie geführt – so trashig-schwul wirken manche Passagen auf der riesigen, drehbaren und wandelbaren Showtreppe. Auch dem Dirigat (Johannes Debus) fehlt es bei den  für Offenbach so typischen Couplets an Spritzigkeit – beim großen Drama im Antonia-Akt kochen dann große Emotionen aus dem Graben hoch. Read More

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Die Eroberung von Mexiko / Salzburg (4.8.2015)

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Wabernder (Trockeneis-)Nebel und die im Zuschauerraum der Felsenreitschule verteilten Trommelspieler verbreiten schon vor Beginn der Rihm-Oper Dschungel-Feeling. Viel mehr Mexiko wird es dann – von einer Runde Tequila und dem Frida Kahlo-Gemälde einmal abgesehen- im Laufe der  nächsten zweieinhalb Stunden auf der Bühne auch nicht geben. Dort findet sich vielmehr ein Macchu Pichu der Moderne, bestehend aus einem Autofriedhof, auf dem ein sehr bürgerliches IKEA-Wohnzimmer steht. Aufgrund der Konstruktion der Stimmfächer – der Aztekenherrscher Montezuma wird von einer Frau gesungen – und dem stets wiederholten “Männlich, weibliche, neutral” ist es nahe liegend, keine 1:1-Bebilderung der Eroberung Mexikos durch Cortez zu erwarten. Altmeister Peter Konwitschny zeigt vielmehr den Gegensatz, die Unvereinbarkeit der Geschlechter. Er schreckt dabei weder vor drastischen noch komischen Momenten zurück. Auch Klischees werden bedient. Worin besteht nun die Qualität seiner Inszenierung ? Nun, in meinen Augen durch zwei Stärken:
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Norma / Salzburg (3.8.2015)

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Gibt es sie überhaupt – die Norma ? Freilich – die Callas. Aber so brillant, so theatralisch sie war – mit den ursprünglichen Noten hat das nicht unbedingt viel zu tun. Zu dieser Erkenntnis sind auch schon andere Leute vor Cecilia Bartoli gelangt, allerdings dürfte ihre Umsetzung die wohl am meisten unorthodoxe Interpretation sein, die man jemals zu Gehör bekam. Sie besteht im Wesentlichen aus zwei Annahmen:

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Macbeth / Heidenheim (1.8.2015)

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So richtig traurig war ich nicht, dass die Dernière des “Macbeth” witterungsbedingt nicht im Rittersaal des Schlosses Hellenstein, sondern indoor, also im direkt angeschlossenen Congress Centrum stattfand. Die Opernfestspiele Heidenheim haben es schon längst nicht mehr nötig, das zahlreich erscheinende Publikum durch eine pittoreske Außenkulisse auf die Ostalb zu locken. Es ist die musikalische Qualität, welche die Anreise lohnt – und die entfaltet sich naturgemäß besser im geschlossenen Raum. So konnte man von Marcus Bosch erneut ein Dirigat von sinfonischer Qualität vernehmen – und die Stuttgarter Philharmoniker haben daran einen erheblichen Anteil. So sauber, astrein habe ich einen “Macbeth” noch nie gehört. Klanglich eigentlich auch fast zu schön, aber bestens präpariert der Chor aus Brünn. Hermann Schneiders Regie erzählt die Geschichte ohne Aufhebens, gelingt aber das Kunststück, die Hexenszenen einmal nicht peinlich wirken zu lassen. Das eingeschobene Ballett war dennoch überflüssig.

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Manon Lescaut / München (31.7.2015)

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So, zum Saisonabschluss hat die Bayerische Staatsoper noch einmal alle Reserven mobilisiert und die Neuenfels’sche “Manon Lescaut” aufgeboten. So richtig begeistern konnte mich der Abend allerdings nicht, ohne dass ich enttäuscht wäre. Eher ratlos ließ mich die Inszenierung zurück – gerade beim Verismo bin ich für eine naturalistisch angehauchte Inszenierung dankbar, vieles verpufft sonst. Dabei braucht es nicht einmal einen großen Bühnenzirkus, aber gerade der erste Akt ergab für mich jedenfalls keinen Sinn. Am Ende dann hingegen großes Kino in der Wüste – mehr als eine leere Bühne braucht man nicht. Und – zugegeben – zwei gute Darsteller. (Fürs Protokoll: Markus Eiches Lescaut war vorbildlich, Roland Brachts Geronte unterirdisch, Dean Power hat sich nach diesem Edmondo und dem Elemer mal einen Tamino verdient.) Sowohl Jonas Kaufmann als auch Kristine Opolais sind diesbezüglich über jeden Zweifel erhaben. Stimmlich hingegen ist jedoch das Engagement letzterer für mich nur schwer verständlich. Freilich, eigentlich hätte la Netrebko singen sollen. Dennoch, die Stimme Opolais’ ist schlicht zu klein. In den ruhigen, lyrischen Stellen klingt das alles sehr apart, zugegeben. Aber sobald sie die Stimme aufmachen muss, und das ist zum Erreichen des Puccini’schen Klangzaubers eine conditio sine qua non, dann wird sie dünn, leicht schrill und entbehrt jeglicher Klangschönheit. Deutlich besser der nominelle Star des Abends, Jonas Kaufmann. Read More

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