Orontea / Frankfurt (6.2.2015)

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  • February 7, 2015

Hätte ich geahnt, worauf ich mich da einlassen würde – ich wäre der Oper Frankfurt fern geblieben. Ich kann mich nicht entsinnen, jemals einer derart langweiligen, bleischweren Aufführung beigewohnt zu haben. Leider vermag ich nicht zu sagen, ob das an der Regie oder dem Stück selber lag. Klar, es ist frühbarocke Klampfenmusik, aber so was Zähes ist mir auch aus dieser Epoche nicht untergekommen.Im zweiten Teil wird es dann ein wenig besser, aber da ist das Kind schon dreimal in den Brunnen gefallen und ersoffen (besser so). Wäre es nach mir gegangen, ich wäre da bereits gegangen, aber meine Begleitung hat von ihrer Sperrminorität Gebrauch gemacht (“Das ertragen wir jetzt. Dann wird der Rest des Abends im direkten Vergleich umso besser”). Die Regie bemüht sich sogar, das will ich nicht mal abstreiten, aber während des ersten Teils wünschte ich mir, lieber auf einem Zahnarztstuhl zu sitzen und ohne Vollnarkose behandelt zu werden. Im zweiten Teil gibt es dann ein wenig “Humor”. Anführungszeichen deshalb, da Charleys-Tanten-Tunten-Fummel-“Humor” eben doch sehr vorgestrig ist. Ob das aus musikalischer Sicht eine gute Leistung war, vermag ich nicht zu sagen – aber erneut hat sich mein ganz persönlicher Eindruck verfestigt: Die Oper Frankfurt ist zu groß für Barockopern. Die Stimmen selber waren auch im dritten Rang deutlich vernehmbar, aber sie klangen alle recht dünn. Ivor Bolton dirigierte übrigens. Aber das ist eigentlich auch egal.

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