Salome / Mannheim (4.2.2015)

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  • February 5, 2015

Das war gestern eine etwas holprige “Salome” – man sollte dieses Werk vielleicht doch nicht derart isoliert im Spielplan platzieren. Dann könnte sich der Dirigent (Alois Seidlmeier) auch etwas zurückhaltender dirigieren. Juhan Trallas Tenor ist deutlich heldischer geworden seitdem ich ihn zum letzten Mal hörte (Werther). Wenn er jetzt etwas weniger ubeholfen spielen könnte, wäre das ein toller Narraboth. Eine grandiose Leistung gab es von Edna Prochnik als Herodias, ihr Gatte (Scott MacAllister) war stimmlich souverän, jedoch ohne dabei die Gefährlichkeit dieses Charakters zu vermitteln. Thomas Berau ist ein balsamischer Jochanaan. Dass diese banale Inszenierung von Frau Rech ihn derart im Regen stehen lässt, dafür kann er ja nichts.
Wenn ich es richtig sehe, war dies die erst zweite Salome von Cornelia Ptassek. Und da kann man nur sagen: Hut ab ! Sicher, ein paar Texthänger gibt es, besonders ausgelotet wird der Text auch nicht und erst gestern ist mir klar geworden, dass man in dieser Rolle auch eine ordentliche Tiefe benötigt (die hat sie nämlich nicht), aber all diese langen Bögen, die deutlich prominentere Salome-Sängerinnen an ihre Grenzen führen, machen Ptassek nur wenig Mühe. Was mich bei ihr jedoch wieder mal irritierte war dieses Singen mit schiefem Mund – ich habe den Eindruck, sie könnte ohne diese Eigenschaft noch deutlicher singen. Auch durch ihr jugendliches Äußeres und ihre spürbare Rollenidentifikation überzeugte sie das nicht besonders zahlreiche Publikum.

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