Monthly Archives: February 2015

Berenike / Stuttgart (15.2.2015)

By | Berichte | No Comments

Nachdem das Theater Heidelberg mit “Fetonte” noch rechtzeitig im Jubiläumsjahr vorgeprescht war, zog das Staatstheater Stuttgart nun mit Niccolò Jommelli “Berenike” nach. Ein spannender Komponist, von dem man generell gerne mehr hören würde. Vom musikalischen Material her hat mich “Fetonte” mehr angesprochen, aber das will nichts besagen – ich habe einfach ein Faible für halsbrecherische Koloraturarien mit Blech. Davon gab es gestern weniger zu hören, aber es hatte trotz der Verortung in der “Frühklassik” nichts von dem manchmal blutleeren Klang, wie ich zum Beispiel einen Gluck häufig erlebe. Was den Genuss des Abends (und die Konzentration erst recht) etwas schmälert, ist die Pausenkonzeption. Eine einzige Pause bei drei Stunden reinen Spielzeit, und die erst nach 1:45h, das ist der Bogen doch ein wenig überdehnt. Vielleicht blieben auch deshalb ein paar wenige Plätze nach der Pause frei….?

Read More

Share Button

Die tote Stadt / Freiburg (8.2.2015)

By | Berichte | No Comments

Nach der “Orontea” am Freitag wusste ich, das diese “Tote Stadt” nur besser werden konnte. Und das war sie auch – unabhängig vom Freitag.
Die Regie (Florentine Klepper) hat im ersten und zweiten Bild schöne Momente, warum sich Paul im dritten Akt in den Teppich einwickelt, habe ich nicht so ganz verstanden. Aber das Morbide, dieses Psychopathologische wurde gut herausgearbeitet.
Das Dirigat von Johannes Knapp war zwiespältig: einerseits erzeugt das Orchester unter seinen Leitung einen bombastischen Hollywood-Sound, andererseits hat die Betonung des Symphonischen und das extreme Auskosten mancher Phrasen zu einer phasenweisen Überdehnung geführt, welche die Sänger der beiden Hauptpartien mehr als einmal in die Bredouille geführt. Da hätte man doch etwas mehr kapellmeisterliche Umsicht erwarten können. Read More

Share Button

Orontea / Frankfurt (6.2.2015)

By | Berichte | No Comments

Hätte ich geahnt, worauf ich mich da einlassen würde – ich wäre der Oper Frankfurt fern geblieben. Ich kann mich nicht entsinnen, jemals einer derart langweiligen, bleischweren Aufführung beigewohnt zu haben. Leider vermag ich nicht zu sagen, ob das an der Regie oder dem Stück selber lag. Klar, es ist frühbarocke Klampfenmusik, aber so was Zähes ist mir auch aus dieser Epoche nicht untergekommen. Read More

Share Button

Salome / Mannheim (4.2.2015)

By | Berichte | No Comments

Das war gestern eine etwas holprige “Salome” – man sollte dieses Werk vielleicht doch nicht derart isoliert im Spielplan platzieren. Dann könnte sich der Dirigent (Alois Seidlmeier) auch etwas zurückhaltender dirigieren. Juhan Trallas Tenor ist deutlich heldischer geworden seitdem ich ihn zum letzten Mal hörte (Werther). Wenn er jetzt etwas weniger ubeholfen spielen könnte, wäre das ein toller Narraboth. Eine grandiose Leistung gab es von Edna Prochnik als Herodias, ihr Gatte (Scott MacAllister) war stimmlich souverän, jedoch ohne dabei die Gefährlichkeit dieses Charakters zu vermitteln. Thomas Berau ist ein balsamischer Jochanaan. Dass diese banale Inszenierung von Frau Rech ihn derart im Regen stehen lässt, dafür kann er ja nichts. Read More

Share Button

Jenufa / Stuttgart (1.2.2015)

By | Berichte | No Comments

Schon nach ihrer letztjährigen “Alceste” (in Madrid) war ich etwas irritiert ob der aktuellen Rollendebüts meiner Lieblingssängerin. Bevor sie im Mai dieses Jahr die Judit (in Montpellier) singen wird, stand gestern ein stückinterner Rollenwechsel an – von Jenufa zur Küsterin. Die Rede ist von Angela Denoke, die in Interviews (zu Recht) darauf hinwies, dass die Küsterin gar nicht so viel älter als Jenufa sein muss. Das mag sein, aber natürlich hat die sängerische Rezeption ihre Spuren hinterlassen – und Denokes, im Kern immer noch lyrischer Sopran, passt eben so gar nicht zu dem bisherigen Höreindruck, den man von dieser Rolle hatte. Read More

Share Button