Cinq-Mars / München (25.1.2015)

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  • January 27, 2015

Ulf Schirmer hatte mit Charles Gounods „Cinq-Mars“ – wie so oft – ein Rarität ausgegraben, dieses Mal jedoch bekanntere Namen als sonst aufgeboten, weshalb das Prinzregentenheater um einiges voller als bei den “vier Grobianen” war. Und es war ein fulminanter Abend. Das lag zum einen am Werk – auf den ersten Blick “grand opéra”, auf den zweiten doch eher “drame lyrique”. Richtig große Solonummern gibt es nicht, selbst das bekannte “nuit resplendissante” ist keine show-off-Nummer, sondern eine bestens in den dramatischen Ablauf integrierte Kantilene, die Veronique Gens sehr verinnerlicht präsentierte, obgleich es ein klein wenig an vokaler Tiefe fehlte. Bei den Herren machten vor allem Andrew Foster-Williams als intriganter Pater Joseph und Tassis Christoyannis als Vertrauter des Titelheldes auf sich aufmerksam. Ursprünglich war für diese Partie Charles Castronovo angekündigt, dieser musste aber bereits die Generalprobe am Freitag absagen. Somit musste auf den letzten Drucker Mathias Vidal die gesamte Rolle innerhalb zweier Tage einstudieren, konnte dieses vermeintliche Manko aber in einen persönlichen Triumph ummünzen. Dafür, dass die Stimme eigentlich ziemlich klein ist, konnte er bemerkenswert “aufdrehen”. Auch bei den Tutti-Stellen nahm er sich keine Auszeit (was angesichts der Umstände vertretbar gewesen wäre). Ein typisch französischer Tenor mit geschmackvoller Tongebung und hellem Timbre. Wunderbar !
Uneingeschränkte Zustimmung verdiente auch der Chor und das Dirigat. Allein die samtweich aufspielende Horngruppe war das Eintrittsgeld wert.
Eine fulminante Ausgrabung und hoffentlich nicht mehr lange eine Rarität……

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