Frau ohne Schatten / München (27.12.2014)

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  • December 28, 2014

So, gestern gab es die letzte Aufführung der aktuellen “Frosch”-Serie – und meine fünfte innerhalb eines halben Jahres. Erneut überwältigt die Bildsprache des Regisseurs, insbesondere am Ende des zweiten Aktes. Petrenkos Dirigat ist etwas schneller geworden und besitzt immer noch Referenzcharakter. Die messiasähnlichen Bravorufe – sie waren verdient.
Immer noch dabei waren Frau Polaski als scheppernde Amme (Sopran minus Höhe ergibt nicht automatisch ein Mezzo), Herr Koch als Barak (dessen Stimme insbesondere im ersten Akt runder, wärmer klang, weniger im Charakterfach verortbar – sehr schön !) und Frau Pankratova als Färberin. Kann man diese Rolle eigentlich “schöner” singen ? Einziger Wermutstropfen ist manchmal die Aussprache – trotzdem merkt man, dass die Sängerin weiß, was sie da singt. Insofern verzeihlich.
Neu waren Ricarda Merbeth und Robert Dean Smith als Kaiserpaar. Frau Merbeths Sopran hadert, wie so viele, mit der Auftritssszene, läuft aber zu großer Form auf. Vielleicht sogar ein wenig zu groß, denn ihrem “Vater, bist du’s ?” fehlte das Innige. Smiths Stimme wirkt auf mich baritonaler als bei seinem Radames, wo er manchmal etwas “Leierndes” hatte, ist die Stimme kräftiger geworden. Dieses leicht Italienische in der Stimme tut dem Rollenporträt gut, leider musste er am Ende der großen Soloszene im zweiten Akt nach unten transponieren. Beide können daher nicht ganz mit der Premierenbesetzung mithalten, ohne dass dies aber zu größeren Einbrüchen führt.

Kurzum: mit dieser “Frosch” kann momentan eigentlich keine andere Produktion mithalten. Oder….?

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