Monthly Archives: September 2014

Frau ohne Schatten / Wiesbaden (12.9.2014)

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Szenischer Höhepunkt der gestrigen Frosch-Premiere war der Schlussapplaus, als der neue Intendant und Regisseur des Abends, Uwe Eric Laufenberg, in einer Wasserlache ausrutschte und auf die Fresse fiel. Und natürlich ganz allgemein, dass der ganze Unsinn ein Ende hatte. Die “magischen” Bereiche des hohen Paares in Szene zu setzen gelingt Laufenberg besser, aber selbst hier gibt es einen platten Realismus, der weh tut. So sieht man bei der Soloszene der Kaiserin im zweiten Akt parallel eine Folterszene, in welcher der Kaiser den Jüngling (?) mit mehreren Folterinstrumenten bearbeiten lässt. Warum, wurde nicht klar. Hatte was von Tosca, aber die hat in einer Frosch wenig verloren. Bei den Szenen mit Barak wurde es noch platter. Der kurze, mechanisch anmutende Beischflaf, den selbiger mit seiner Frau – beide übrigens vollständig bekleidet ! – im ersten Akt ausübt, hat etwas von Krankengymnastik. Und zum Jüngling mit goldenem Strintanga schweigt des Dichters Höflichkeit. Besonders platt dann die Tatsache, dass Baraks Frau im zweiten Akt tatsächlich schwanger ist und an dessen Ende die Amme das Kind in den Händen halt. Frosch auf vhs-Niveau. Besonders unverständlich jedoch die Anfängerfehler, die Laufenberg unterlaufen. So dürfte es einem alten Hasen eigentlich nicht passieren, dass man ganze Bereiche der Bühne nicht einsehen kann, wie z.B. die ganze Hinterbühne, auf der sich durchaus einiges tut, falls man im dritten Rang sitzt, oder auch die beiden Betten auf der linken Bühnenseite, die aufgrund der Paravents davor die Sicht versperren.

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Tannhäuser / Lübeck (7.9.2014)

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Lübeck ist eine schöne Stadt. Lübeck ist eine schöne Stadt. Nein, wirklich – ich finde, das musste mal gesagt sein. Lecker Marzipan, schöne Backsteingotik, Willy-Brandt-Museum, Buddenbrook-Haus und viele glückliche Menschen. Letzteres könnte damit zusammenhängen, dass bisher maximal nur um die 1000 örtliche Hanseaten den örtlichen „Tannhäuser“ bzw. das Machwerk, das man als solchen dort ausgibt, gesehen haben können.

Vorab also ein paar szenische Beschreibungen – ohne Anspruch auf korrekte Reihenfolge und Details. Der geneigte Leser wird bald ahnen, wohin die Reise geht. Read More

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