Serse / Versailles (19.11.2017)

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Kaum zu glauben, aber bei der Uraufführung 1738 war “Serse” tatsächlich ein Flop. Dabei – oder vielleicht: daher ? – hören wir gleich zu Beginn der konzertant dargebotenen Oper eine von Händels bezauberndsten Melodien, das “Ombra mai fu”. Und nein, der Misserfolg rührte wohl auch nicht daher, dass der persische König seine Wertschätzung eines Baumes (!) besingt und damit selbst für Barockopern ein Höchstmaß dramaturgischer Absurdität erreicht, sondern er wurzelt schlicht und ergreifend in der Tatsache, dass der Komponist buffo-Elemente in eine opera seria einarbeitete und auf die konventionelle Form der da capo-Arie verzichtete. Read More

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La clemenza di Tito / Paris (18.11.2017)

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Selten war ich so beeindruckt von einem Opernabend. Und das, obwohl die musikalische Darbietung bestenfalls solide war. Das liegt zum einen am Ort selber – der Opéra Garnier. Ich bin nun in so einigen Opernhäusern gewesen, aber dieses strahlt besitzt auf derart bezwingende Weise eine gemischt aristokratisch-großbürgerliche Aura, dass man aus dem Staunen kaum heraus kommt. Und so habe ich die erste Stunde vor der Ouvertüre genutzt, auf den Spuren des Phantoms der Oper (Loge 5, Kronleuchter) und dessem Schöpfer, Gaston Leroux, zu weilen, so dass es mir dann auch ganz egal war, dass ausgerechnet Dan Ettinger am Pult stand. Read More

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La Bohème / Baden-Baden (12.11.2017)

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Eine “Bohème” in der “Vor-Vorweihnachtszeit” sollte eine sicher Bank für ein Opernhaus sein. Dennoch verkaufte sich diese Produktion schon vor der Premiere so mau, dass bereits zwei Wochen vorab zahlreiche Gäste ein kostenloses Upgrade erhielten. Das war es dann aber auch schon, was es über diese “Bohème” zu berichten gibt. Selten hat man dieses Werk derart disparat dargeboten bekommen. Read More

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Philippe Jaroussky: Händel / Baden-Baden (10.11.2017)

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Vor zwanzig Jahren galten sie vielerorts noch als Exoten, heutzutage sind sie selbst in Stadttheatern fester Produktionsbestandteil. Die Rede ist natürlich von jenem ominösen Stimmfach des Countertenors. Und bereits vor über fünfzehn Jahren war der Franzose Philippe Jaroussky neben dem weit herber timbrierten Max Emanuel Cencic Speerspitze der heutigen Generation, die nunmehr auch weit zahlreicher vertreten und noch diverser im Klang aufgestellt ist. Die bloße Tatsache, dass Jarousskys immer noch knabenhafter Klang zwar gereift, aber nicht gealtert ist, verblüfft einerseits – und begeistert andererseits. Read More

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Manon / Wiesbaden (9.11.2017)

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“Manon” ohne “Lescaut” im Titel – also Massenet statt Puccini. (Nebenbei: Wie viele Geschichten gibt es eigentlich, von denen sich mehr als eine Vertonung fest im Repertoirebetrieb behaupten konnte oder kann ?) Meine erste Begegnung mit der zehn Jahre älteren Oper war musikalisch so erfreulich wie szenisch fade. Read More

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